Die Stadt Überlingen nimmt mit Blick auf die Landesgartenschau 2020 das Stadtgebiet unter die Lupe. In einem ersten Schritt werden städtebauliche Missstände erfasst. Die Vorbereitenden Untersuchungen (VU) für den Bereich „Stadteingang West“ sowie weitere Flächen und die Definition städtebaulicher Ziele sind Voraussetzung dafür, dass die Stadt auch im Zuge der Landesgartenschau zusätzliche Städtebaufördermittel erhalten kann. Die Stadt beantragt diese Mittel zusätzlich zu den Zuschüssen aus dem Programm „Natur in Stadt und Land“.
In einem weiteren Schritt wird die Stadt zusammen mit Eigentümern „Neuordnungsziele“ definieren. Als Landesgartenschaustadt rechnet die Stadt Überlingen damit, dass sie bei der Vergabe von Städtebaufördermitteln bis 2020 bevorzugt wird. Die Vorarbeiten muss sie aber selbst leisten, wenn sie Fördergeld erhalten will. Der Gemeinderat der Stadt Überlingen hat in der vergangenen Woche in öffentlicher Sitzung deswegen beschlossen, zunächst die Vorbereitenden Untersuchungen (VU) einzuleiten.
Die in den letzten Jahrzehnten erfolgreich und kontinuierlich abgearbeiteten Städtebaulichen Sanierungen in Teilen des mittelalterlichen Stadtkerns von Überlingen haben zu einer deutlichen Aufwertung der Innenstadt beigetragen. In der Sitzungsunterlage vom vergangenen Mittwoch hieß es dazu weiter: „Dennoch sind in einigen Bereichen der Innenstadt und im Bereich des Stadteingangs West / Bahnhofsstraße immer noch bauliche und/oder funktionale Missstände vorhanden, welche flankierend zur LGS 2020 beseitigt werden sollen.“
Mit der Einleitung Vorbereitender Untersuchungen (VU) für den Bereich „Stadteingang West“ will die Stadt „Beurteilungsgrundlagen“ über die Notwendigkeit der Sanierung, die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge sowie die anzustrebenden allgemeinen Ziele und die die Sanierung im Allgemeinen gewinnen. Außer auf neue Informationen will die Stadt auch auf bereits vorliegende Untersuchungen zurückgreifen.
Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich vom Campingplatz im Westen bis zur Linie Bahn – Bahnhofstraße – Christophstraße – Münsterstraße im Norden, dem Mantelhafen im Osten und dem Bodensee im Süden. Die Vorbereitenden Untersuchungen sollen, wie Axel Philipp, Leiter des Sachgebiets Stadtplanung, ausführt, schwerpunktmäßig 2013 stattfinden. Beauftragen wird die Stadt ein externes Büro. In einer ersten Stufe werden die städtebaulichen Missstände erfasst und mögliche Handlungsschwerpunkte und räumliche Handlungsbereiche näher bestimmt. In einer zweiten Stufe sollen dann – auch durch Einbindung der betroffenen Grundstückseigentümer – konkrete Schritte zur Umsetzung von Neuordnungszielen bestimmt werden.
Im Gegensatz zu öffentlich geförderten Stadterneuerungsgebieten früherer Jahre, in denen die Realisierungsphase bis zu 9 Jahre und länger betrug, besteht der Fördermittelgeber nun auf einer deutlich verkürzten Realisierungszeit. Ihre Vorgehensweise hat die Stadt mit dem Regierungspräsidium abgestimmt. Das zunächst abgesteckte Untersuchungsgebiet muss nicht deckungsgleich mit dem späteren Sanierungsgebiet sein. Möglich wäre auch, das Untersuchungsgebiet in mehrere kleinere Sanierungsgebiete aufzusplitten. Axel Philipp rechnet mit einem Satzungsbeschluss im Frühjahr 2014.