Der Gemeinderat der Stadt Überlingen hat beschlossen, dass das Büro Prof. Schirmer den Architektenwettbewerb für ein Parkhaus und ein Pflanzenhaus im Westen Überlingens betreut. Beim landschaftsarchitektonischen Wettbewerb zur Landesgartenschau 2020 und auch im Siegerentwurf von Landschaftsarchitektin Marianne Mommsen waren lediglich die Standorte für die beiden Gebäude anhand von städtebaulichen Kriterien festgelegt worden.  

Hoher Qualitätsanspruch

Den erfolgreichen landschaftsarchitektonischen Wettbewerb hatte die Planstatt Senner betreut. Die Verwaltung könne einen solchen Wettbewerb nicht ohne Unterstützung ausloben und durchführen, erklärte Bürgermeister Ralf Brettin. In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch vergangener Woche sprach sich Bürgermeister Ralf Brettin deswegen auch für einen von einem externen Büro betreuten Architektenwettbewerb aus, der dem hohen Qualitätsanspruch gerecht werden könne, den der Landesgartenschauentwurf vorgibt. Brettin sagte, er wünsche sich ein Verfahren, das mit dem erfolgreichen, landschaftsarchitektonischen Wettbewerb vergleichbar ist. Der LGS-Wettbewerb habe zu einem hervorragenden Ergebnis geführt. Dies wünschen sich Verwaltung und Gemeinderat nun auch vom Architektenwettbewerb für das Pflanzenhaus und das Parkhaus.

Erste Schritte nach Bürgerentscheid

Die Planung des Pflanzen- und Thermenparkhauses sind die ersten konkreten Schritte nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid im April 2013, als sich die Überlinger Bürgerinnen und Bürger für die Landesgartenschau 2020 ausgesprochen hatten. Die beiden Gebäude stellen die städtebauliche und architektonische Neuordnung des „gebauten Stadteingangs“ im Westen dar. Entstehen soll ein neues „städtebauliches Entree“.

Auslobung eines Wettbewerbs

Beide Objekte, das Pflanzenhaus für die wertvolle Kakteensammlung der Stadt und das Parkhaus, das die Bodensee-Therme benötigt, sind in einem räumlichen und gestalterischen Zusammenhang zu sehen. Die Situation verlange nach einer hochwertigen Lösung, die nur mit einem Realisierungswettbewerbes erreicht werden könne, heißt es in der Sitzungsunterlage. Die Stadt möchte deswegen die Auslobung eines begrenzt offenen Architektenwettbewerbs nach RPW 2013. Die Zahl der teilnehmenden Büros soll beim betreuten Wettbewerb auf maximal 25 Büros begrenzt werden, um den Aufwand zu verringern. Zunächst legte die Stadt aber das betreuende Büro fest.

Drei Angebote

Bis zum 26. August gingen, wie Roland Leitner, Leiter Stadtentwicklung und Grün, berichtete, auf eine Angebotsabfrage fristgerecht drei Angebote ein: Eines kam von Rosenstiel Architektur und Stadtplanung, Freiburg, eines von Prof. Schirmer Architektur und Stadtplanung, Veitshöchheim und eines von der Projektgemeinschaft Pit Müller / Thomas Hirthe, Freiburg / Friedrichshafen.

Zuschlag für Prof. Schirmer

Die Angebote von Rosenstiel und Prof. Schirmer lagen innerhalb der Kostenschätzung.. Das Angebot von Prof. Schirmer Architekten und Stadtplaner stellte sich bei der Prüfung der Angebote als das wirtschaftlichste heraus. Für das Büro Prof. Schirmer sprach auch, dass sich Schirmer durch seine Mitarbeit an der Verkehrsentwicklungsplanung in Überlingen bestens auskenne, so Roland Leitner. Das Büro Prof. Schirmer hielt die Stadt nach Abwägung aller Gesichtspunkte auch für das kompetentere Betreuungsbüro für die städtebaulich sehr hochwertige Aufgabe. Der Gemeinderat folgte der Verwaltung und stimmte dem Beschlussvorschlag zu.

Nachfrage aus dem Gemeinderat

Seitens des Gemeinderats gab es zuvor eine Anfrage den Standort des Parkhauses betreffend. Was passiere, wenn der Standort grundsätzlich nicht funktioniere, keine 400 Stellplätze untergebracht werden könnten oder die Erschließung wesentlich teurer werde als angenommen oder an einem anderen Standort, so die Nachfrage aus der FDP-Fraktion. Bürgermeister Ralf Brettin sagte, dass im Rahmen des Vergabeverfahrens für die Planung der Landesgartenschau bereits eine Plausibilitätsprüfung durch einen Hochbauarchitekten in Zusammenarbeit mit dem Büro Relais erfolgt sei. Diese Studie enthält Überlegungen zur Erschließung und Anordnung des Parkhauses.

 

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