Voraussichtlich vor der Sommerpause 2014 wird der Gemeinderat der Stadt Überlingen in öffentlicher Sitzung über die Zukunft des Campingplatzes entscheiden. 2016 beginnt die Umgestaltung des zukünftigen Landesgartenschaugeländes im Westen der Stadt. Wo heute noch Wohnwagen stehen, entsteht ein Bürgerpark mit einem renaturierten Ufer.  

Planung mit und ohne Campingplatz

Die Fläche, auf der sich der Campingplatz derzeit befindet, ist Teil des Landesgartenschau-Areals. Das mit der Neugestaltung des Gartenschaugeländes beauftragte Büro relais Landschaftsarchitekten aus Stuttgart hatte wie – beim landschaftsarchitektonischen Wettbewerb verlangt – zwei unterschiedliche Entwürfe vorgelegt: Geplant hat Landschaftsarchitektin Marianne Mommsen den Bürgerpark im Westen der Stadt alternativ einmal mit und einmal ohne Campingplatz. Ob der Standort erhalten bleibt, ist offen. Entschieden ist bisher nur, dass das renaturierte Seeufer in Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich sein wird und ein öffentlicher Weg am Seeufer entlang führen wird. Bisher ist der See an dieser Stelle nur für die Camper zugänglich.

Pachtvertrag läuft aus

Oberbürgermeisterin Sabine Becker stellt klar: „An dieser Ausgangslage hat sich seit dem Bürgerentscheid vom 28. April nichts geändert.“ Die Zukunft des Campingplatzes war bereits vor dem Bürgerentscheid ein häufig und kontrovers diskutiertes Thema. Eine Kündigung des Pachtverhältnisses ist wegen der Landesgartenschau nicht notwendig. Die Stadt hatte auch vor dem Bürgerentscheid darauf hingewiesen, dass der Pachtvertrag ausläuft.

Stadt möchte um zwei Jahre verlängern

Der bestehende Pachtvertrag endet Ende 2013. Die Stadtverwaltung möchte das Pachtverhältnis mit den derzeitigen Pächtern um weitere zwei Jahre verlängern. Die vorläufig letzte Saison auf dem heutigen Campingplatz wäre dann 2015. Der Gemeinderat hat sich ebenfalls für die Verlängerung des Pachtvertrags bis Ende 2015 ausgesprochen.

Frühere gerichtliche Auseinandersetzungen

In der Vergangenheit hatte es, wie die Oberbürgermeisterin berichtet, mehrere gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen der Stadt, in deren Eigentum der Campingplatz ist, und den Pächtern gegeben. Ein Streitthema waren zuletzt zum Beispiel Betriebskosten. Bei den Streitigkeiten ging jeweils um die Interpretation des Vertragstextes. Der Gemeinderat machte vor diesem Hintergrund die Vorgabe, den Vertragstext vor der Verlängerung neu und widerspruchsfrei zu formulieren. Weitere gerichtliche Auseinandersetzungen mit den Pächtern möchten Stadtverwaltung und Gemeinderat vermeiden.

Umgestaltung ab 2016

Oberbürgermeisterin Sabine Becker erklärt: „Nach Aussage des Fachbereichs 3 beginnt die Umgestaltung des Geländes 2016, damit der Bürgerpark rechtzeitig bis zur Landesgartenschau 2020 fertig wird.“ Weiter berichtet die Oberbürgermeisterin, dass die Stadt schon vor der Umgestaltung wissen müsse, ob der Campingplatz nach der Landesgartenschau an seinen heutigen Standort zurückkehrt. In diesem Fall müssten im Boden zum Beispiel Leitungen verlegt und die Parzellierung des Geländes müsste vorbereitet werden. Die Sanitäranlagen könnten in diesem Fall 2020 schon die Besucher der Landesgartenschau und später die Camper nutzen. „Wir müssen die Arbeiten entsprechend ausschreiben und benötigen die Zeit“, so Oberbürgermeisterin Sabine Becker. Deswegen brauche die Stadt bereits 2014 Klarheit.

Vier mögliche Modelle

Für die Zukunft des Campingplatzes gibt es vier mögliche Varianten. Erste Möglichkeit: Der Campingplatz wird nach der Landesgartenschau wieder an dem Standort angesiedelt, an dem er sich heute befindet, wobei sich die Fläche wegen des öffentlich zugänglichen Streifens am Ufer gegenüber der heutigen Fläche verringert. Zweite Möglichkeit: Die Stadt sucht als Ersatz für die Fläche auf dem Landesgartenschaugelände einen neuen Standort für einen Campingplatz. Eine zeitliche Lücke gebe es dann nicht. Möglichkeit drei: Der Campingplatz wird in Zukunft in zwei Teile gesplittet: Am See auf dem dann ehemaligen Landesgartenschaugelände entsteht nach 2020 wieder ein, allerdings wesentlich kleinerer Campingplatz und an einem anderen nicht direkt am See gelegenen Standort gibt es einen neuen Campingplatz, wobei die Camper dann die Infrastruktur am See und das öffentliche Ufer nutzen könnten. Möglichkeit vier wäre: Der Gemeinderat fasst den Beschluss, dass die Stadt Überlingen keinen Campingplatz benötigt und es keinen Ersatz für den wegfallenden Platz gibt. „Es geht nicht nur um eine Ja- oder Nein-Entscheidung“, erklärt Oberbürgermeisterin Sabine Becker. Der Fachbereich 3 werde die Grundlagen gewissenhaft erarbeiten, so das der Gemeinderat seine Entscheidung treffen kann. Die Aussagen der Stadt zur Campingplatz sind nach dem Bürgerentscheid weiterhin dasselbe, die sie auch vor dem Bürgerentscheid gemacht hat.

Stadt hält Campingplatz instand

Die Oberbürgermeisterin stellt zudem klar, dass von einem Sanierungsstau auf dem Campingplatz nicht die Rede sein könne. Von 2005 bis 2012 hat die Abteilung Facility Management für die laufende Bauunterhaltung Aufträge im Wert von rund 100.000 Euro an externe Firmen vergeben. Weitere Arbeiten im Wert von rund 32.000 Euro führte im selben Zeitraum der Bauhof aus. Die Leistungen der Stadtgärtnerei sind mit rund 64.000 Euro beziffert. 2006 beteiligte sich die Stadt außerdem an den Kosten für den Bau eines Pförtnergebäudes. Der Baukostenzuschuss betrug 60.000 Euro. Ein von den Pächtern erstelltes Wirtschaftsgebäude, in dem sich die Gastronomie befindet, kaufte die Stadt den Pächtern für weitere rund 160.000 Euro ab. Auf eine Komplettsanierung der WC-Anlagen des Campingplatzes habe die Stadt aber verzichtet, da die Zukunft der gesamten Anlage ungewiss ist. Oberbürgermeisterin Sabine Becker erklärte, sie habe die Pächter frühzeitig schon im Frühjahr 2009 nach ihrem Amtsantritt über die Bewerbung für die Landesgartenschau und mögliche Konsequenzen für den Campingplatz informiert. Fest steht zudem: Wenn nach 2020 ein neuer städtischer Campingplatz entsteht, wird die ihn Stadt neu ausschreiben. Dazu ist die Stadt aus rechtlichen Gründen verpflichtet.

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2 Antworten zu 2014 Entscheidung über Zukunft des Campingplatzes

  1. Sibylla Kleffner sagt:

    “Entschieden ist bisher nur, dass das renaturierte Seeufer in Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich sein wird und ein öffentlicher Weg am Seeufer entlang führen wird. Bisher ist der See an dieser Stelle nur für die Camper zugänglich.”

    Und entschieden ist mit dem positiven Ergebnis zur LGS 2020 auch, dass der Campingplatz von 2016 an für vier Jahre lang als Baustelle, ein Jahr für die LGS und ein Jahr eventuell zur Wiederherstellung in minimiertem Zustand herhalten muss. Das bedeutet sechs Jahre kein Campingplatz in Überlingen am Seeufer.

    Eine so klare Aussage ist leider von den Befürwortern nie gemacht worden, und die Warnsignale des Bürgersinns wurden weggefegt mit dem Argument “Über den Campingplatz hat der Gemeinderat noch nicht entschieden”. Das ist richtig, aber genauso richtig ist, dass damit die aus vielerlei Gründen den Erhalt des Campingplatzes befürwortenden Bürger beruhigt werden sollten, was bei den pro LGS und trotzdem pro Campingplatz-Wählern – in meinen Augen leider – geklappt hat!

  2. Petra steinhardt sagt:

    Das die LGS Befürworter ihre Wähler hinters Licht geführt haben, steht außer Frage. Jedoch hätte jedem bei Veröffent-lichung der Pläne klar sein müssen, dass der Platz der LGS weichen muss. Ein kleinerer Platz ist für keinen Pächter rentabel. Eine andere Stelle für die Camper uninteressant. Wahrscheinlich wird es spätestens in 2030 einen neuen Bebauungsplan mit schönen Grundstücken am See geben.
    Wieder mal die Allgemeinheit ver……

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