Der Gemeinderat hat am Mittwoch vergangener Woche den Satzungsbeschluss über das Sanierungsgebiet „Stadteingang West“ gefasst. Stefanie Ganter vom Büro Gerhardt-Stadtplaner-Architekten aus Karlsruhe legte in der Sitzung den Mitgliedern des Gemeinderats den Abschlussbericht über die vorbereitende Untersuchung vor. 

Stadt und Private profitieren

Die Sanierungsnotwendigkeit ist damit nachgewiesen. Profitieren können vom Sanierungsgebiet die Stadt und auch private Eigentümer. Einen Zwang, zu sanieren, gibt es für die Stadt und Private aber nicht. Zugute kommt den Privaten in jedem Fall die Verbesserung des Wohnumfelds. Die Stadt erhält, wenn sie in die Sanierung investiert, Fördermittel aus dem Landessanierungsprogramm. Die Privaten können ihre Ausgaben steuerlich absetzen. Die Sanierungen müssen, wenn die Stadt die höchstmögliche Förderung erhalten und Private von den Steuererleichterungen profitieren möchten, in den kommenden acht Jahren bis zum 31. Dezember 2022 abgeschlossen sein. 

Befragung der Eigentümer

Die Stadt hatte rund 330 Eigentümer, denen Immobilien im zukünftigen städtebaulichen Sanierungsgebiet „Stadteingang West“ gehören, befragt und sie gebeten, Angaben zu den Gebäuden zu machen. Gefragt wurde zum Beispiel nach der Anzahl der Wohnungen im jeweiligen Gebäude sowie nach gewerblicher Nutzung. Die Eigentümer sollten Auskunft geben über das Alter und den Zustand des Gebäudes, auch darüber, ob das Dach, die Fassade oder Fenster und Türen schadhaft sind und wie es um den Wärmeschutz bestellt ist. Weiter fragte die Stadt nach der Heizungsart, dem Zustand von Stromleitungen und Sanitäranlagen.

Acht Jahre 

Konkret wollte die Stadt auch wissen, wie die Eigentümer grundsätzlich zum Sanierungsprojekt stehen. Die Fragen lauteten, ob die Eigentümer selbst Sanierungen planen, nicht sanieren möchten, noch unentschlossen sind oder ein Sanierungsgebiet grundsätzlich für keine gute Idee halten. Die Stadt fragte gezielt nach Sanierungsplänen in den kommenden acht Jahren.

Interesse vorhanden

Stefanie Ganter berichtete, dass 61 Prozent der Befragten dem Sanierungsgebiet positiv gegenüber stehen. Nur 8 Prozent halten eine Sanierung für keine gute Idee. 11 Prozent der Eigentümer hatten zum Zeitpunkt der Befragung bereits konkrete Modernisierungspläne. 

Schlechter Zustand

Die vorbereitende Untersuchung, die Stefanie Ganter vorlegte, hat ergeben, dass im Sanierungsgebiet massive städtebauliche Missstände bestehen. Die vorgefundenen Mängel sind struktureller, funktionaler, baulicher und gestalterischer Art. Axel Philipp, Leiter der Abteilung Stadtplanung, sagte in der Sitzung, dass ihn der schlechte Zustand vieler Häuser überrascht habe. 

Viele Mängel

Sowohl öffentliche wie auch private Gebäude weisen laut Bericht eine mangelhafte Gebäudequalität auf. Die Bausubstanz wird in vielen Fällen als schlecht beurteilt. Gleiches gilt für den Zustand von Hausfassaden sowie Belichtung, Besonnung und Belüftung der Wohnungen und Arbeitsstätten. Das Verkehrsaufkommen wird als hoch empfunden.

Chance für die Stadt 

Die Stadt möchte das historische Stadtbild erhalten und die Wohnumgebung im Bereich Hafenstraße und Jakob-Kessenring-Straße durch die Neugestaltung der öffentlichen Straßenräume und Plätze verbessern. Auch die Wohnverhältnisse sollen besser werden. Die Standortbedingungen für Einzelhandel und Dienstleistungen möchte die Stadt ebenfalls verbessern. Öffentliche Gebäude wie die Kapuzinerkirche, das Jugendcafé und der Kursaal sollen modernisiert werden. Der Verkehr soll verringert und die Verkehrssituation verbessert werden. Der Felderhausparkplatz könnte ein Platz mit hoher Aufenthaltsqualität werden. 

Die Kosten

Rund 4 Millionen Euro sind laut vorbereitender Untersuchung nötig für die Gestaltung öffentlicher Plätze nötig. 4,4 Millionen Euro werden für die Schaffung von öffentlichen Stellplätzen benötigt. Mit 2,3 Millionen Euro könnten öffentliche Gebäude modernisiert werden. Insgesamt kommt die Stadt so allein bei den Investitionen im öffentlichen Bereich auf Kosten von rund 11,3 Millionen Euro. 

Der „Stadteingang West“ wurde 2014 bereits in das Landessanierungsprogramm aufgenommen. Die Stadt hofft, dass sie Finanzhilfen in Höhe von 6,7 Millionen Euro erhält und selbst nur 4,5 Millionen Euro investieren muss. Der Anteil der Förderung läge dann bei 60 Prozent, der Eigenanteil der Stadt bei 40 Prozent. Entscheidend, um die volle Förderung zu erhalten, ist es, dass die gesamten Kosten von 11,3 Millionen Euro akzeptiert und dann 60 Prozent des Betrags durch das Landessanierungsprogramm gefördert werden.

 

Tweet
 

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>