13. September 2018

Neukalkulation der Einnahmen und der damit verbundenen Mittelverwendung

Nachdem der Aufsichtsrat der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH Anfang des Jahres die Eintrittspreise festgelegt hat, ergibt sich für die GmbH eine neue Finanzsituation. Die Einnahmen erhöhen sich signifikant. Auf der Basis der prognostizierten Mehreinnahmen von 2,3 Millionen Euro allein durch die Festlegung der Ticketpreise haben die LGS-Geschäftsführer Roland Leitner und Edith Heppeler neu budgetiert. „Wir bleiben nach wie vor bei der Annahme von rund 775 000 Zutritten“, so Leitner in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, der der Neukalkulierung des Durchführungshaushaltes in Höhe von 12,8 Millionen Euro (bisher 10,5) zustimmte und damit auch der Änderung des im Januar 2016 beschlossenen Rahmenvertrages. Am geplanten Zuschuss der Stadt in Höhe von zwei Millionen Euro ändert sich nichts.

Schon vor dem Bürgerentscheid 2013 hatte sich die Stadt Überlingen auf die Höhe des Durchführungshaushaltes festgelegt. „Der Durchführungshaushalt einer Landesgartenschau kann aber erst nach der Festlegung der Eintrittspreise und der Konzeption des Ausstellungsjahrs und von den Veranstaltungen belastbar mit Zahlen hinterlegt werden. Probleme können durch fehlende Planung, falsche Vorbilder und zu frühe Festlegungen entstehen. Die frühzeitig und seinerzeit auf sehr geringer Datenbasis vorgenommene Kalkulation hat sich in unserem Fall als ebenso problematisch erwiesen wie die Orientierung an Zahlen anderer Landesgartenschauen“, so Roland Leitner.

„Üblicherweise kann frühestens etwa 3 bis 3,5 Jahre vor dem Ausstellungsjahr seriös mit der Bearbeitung des Ausstellungsjahres begonnen werden. Der Durchführungshaushalt war somit zwangsläufig mit Unsicherheiten belegt,“ erklärt er weiter. Die fehlende Grundlage sei nicht zu vermeiden, wenn man zu einem sehr frühen Zeitpunkt Zahlen festlegt und herausgibt. Die im Januar 2018 beschlossenen Eintrittspreise haben trotz der sehr zurückhaltend angesetzten Besucherzahlen zu einer deutlich besseren Ausgangslage geführt. Der Durchführungshaushalt musste dementsprechend grundsätzlich überarbeitet werden, um auch die Ausgabepositionen an die geänderten Anforderungen anzupassen.

Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich dem Vorschlag der Verwaltung zu, die Mehreinnahmen der GmbH für das operative Geschäft, vor allem in die Realisierung attraktiver Ausstellungbereiche, zur Verfügung zu stellen. Leitner: „Die Landesgartenschau Überlingen wird die Besonderheiten der vielfältigen Geländeteile, die Lage direkt am Bodensee und die Verbindung mit der historischen Innenstadt Überlingens mit dem Stadtjubiläum in angemessener Weise darstellen und nachhaltig fördern und damit den Erwartungen gerecht werden.“

Außerdem beschloss der Gemeinderat die Änderung des Investitionsplans in den folgenden Punkten:

• Das aktuell noch zur Verfügung stehende, nicht für andere bereits beschlossene Maßnahmen der LGS verplante Budget des Investitionshaushaltes in Höhe von rund 605 000 Euro wird von dem Vorhaben „Höhensteg“ aufgrund der faktischen Undurchführbarkeit auf das bislang nur unvollständig finanzierte Projekt Grünvernetzung verschoben.

• Das innerhalb des Projektes Grünvernetzung bislang für den Seesportplatz eingeplante Budget in Höhe von 225 000 Euro wird entsprechend der Prioritäten innerhalb des Projektes Grünvernetzung eingesetzt.

• Die im Rahmen der Grünvernetzung durchzuführenden Projekte mit der in diesem Beschluss bereitgestellten Finanzierung bestehen aus den Teilprojekten Menzinger Gärten, Rosenobelgärten und Villengärten.

• Der Gemeinderat stellte erfreut fest, dass die Bauprojekte der Landesgarten unabhängig von den allerorten festzustellenden konjunkturellen Risiken sich nach wie vor im ursprünglichen Kostenrahmen bewegen.