Konzept

Bereiche

Der Uferpark: Spiel und Spass für die ganze Familie

Lange Spaziergänge direkt am See entlang bis zur Sylvesterkapelle. Spielen mit den Kindern, Picknick machen mit den Freunden oder einfach mal chillen und ein paar Steine übers Wasser springen lassen. All das ist künftig möglich. Mit der Landesgartenschau 2020 bekommt die Stadt Überlingen einen rund sechs Hektar großen und abwechslungsreich gestalteten Uferpark mit lauschigen Plätzen unter schattigen Bäumen und Stauden sowie Rasen- und Wiesenflächen zum Spielen und Entspannen, Sand- und Kiesflächen für Sport und Freizeit.

 

Zentrale Spiellandschaft 

Der Park bietet vor allem für Familien jede Menge Spaß und Bewegung: an Land, am Wasser oder auch auf dem Wasser, denn es gibt großflächig direkte Seezugänge im neuen Park. Die zentrale Spiellandschaft für die Kleinen im Zentrum knüpft an ein klassisches Bodenseethema, die Lädinen. Dafür gibt es Fischernetze, Holzfässer oder wippende Boote. Den „Fischernetzen“ werden Wipptiere und Sitzelemente in Form der befischten Arten des Bodensees zugeordnet.

 

Riesenschaukeln und Sandfläche

Zum Lieblingsspielplatz wird die große Sandfläche, die Riesenschaukeln sind für Groß und Klein ein Vergnügen und wer kneippen möchte, der geht einfach in das größte Kneippbecken der Welt – den Bodensee.


Ein Lesezeichen erinnert an die Geschichte des Uferparks

Der Uferpark West wird auf geschichtsträchtigem Boden angelegt. Gemeinsam mit dem Verein „Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen und KZ Aufkirch in Überlingen“ erinnert die Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH deshalb mit einem Lesezeichen an die KZ-Häftlinge, die während des Zweiten Weltkrieges im Stollen zur Zwangsarbeit verpflichtet waren.

 

 

Nach der Bombardierung der Friedrichshafener Industrieunternehmen, die im Zweiten Weltkrieg Rüstungsgüter herstellten, sollten diese unterirdisch verlagert werden. Dafür kamen 800 Häftlinge aus dem KZ Dachau nach Überlingen. Sie hatten Gänge, also Stollen, aus dem Felsen zu sprengen und das Gestein abzutransportieren. Den Aushub aus dem Berg schütteten sie in den Bodensee; auf ihm wurde später der Überlinger Campingplatz errichtet. Der größte Teil des Stollens ist heute zugänglich.

 

Das Lesezeichen ist zurückhaltend, wird aber bemerkt. Es weist in Richtung Fensterstollen, ist aber kein mahnender Zeigefinger. Das in Blickrichtung zum Stollen in den Boden eingelassene Zeichen aus großflächigen Rorschacher Sandsteinen ist ein symbolischer Stolperstein. Durch die Vertiefung des Zeichens kann sich Regenwasser sammeln. Damit wird ganz bewusst ein atmosphärischer Bezug zur Wasserfläche des Bodensees hergestellt. Eingraviert werden eine Grafik des Goldbacher Stollensystem und ein kurzer Text zur Geschichte des Geländes.


Grünvernetzung

Villengarten, Rosenobelgärten, St. Johann-Graben und Menzinger Gärten werden im Zuge der Landesgartenschau nicht nur gestalterisch aufgewertet, sondern auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Villengarten

Die zurzeit wenig gestaltete Grünfläche rund um das ehemalige Haus des Gastes wird neu angelegt, ebenso die bepflanzte Böschung im entsprechenden Uferabschnitt. Mit der Grünanlage des künftigen Pflanzenhauses entsteht hier ein neuer attraktiver Garten.

 

St. Johann-Graben

Sackgasse – ein nicht erschlossener und nicht gestalteter Grabenabschnitt führt zum St. Johann-Turm und endet dort. Das soll sich mit dem geplanten Höhensteg ändern, der den St. Johann-Graben mit den Menzinger Gärten und dem ebenfalls neu gestalteten Mantelhafen verbindet. Neben der Entwicklung einer attraktiven Grünanlage ist dort auch ein kleiner, dauerhafter Veranstaltungsort für Überlinger Vereine und Kulturschaffende geplant.

 

Menzinger Gärten

Ein besonderer Ort in fantastischer innerstädtischer Lage sind die Menzinger Gärten, bislang kaum einsehbar, künftig jedoch für die Öffentlichkeit zugänglich. Der obere Teil der kleingärtnerisch genutzten Anlage wird als öffentliche hochwertige Grünfläche mit viel Aufenthaltsqualitäten entwickelt, mit toller Aussicht auf die Gärten, die Stadt und den See und mit einem neuen Erschließungsweg, der über den Spielplatz den oberen Bereich neu anbindet. Der untere Teil mit den Heckenkarrees wird unter Einbeziehung der bisherigen Nutzer neu geordnet und den Bürgerinnen und Bürgern nach der Landesgartenschau wieder für eine moderne und flexiblere Nutzungsform der privaten Nahversorgung zur Verfügung gestellt. Die Fläche wird komplett umgestaltet und die Wege und Heckenkarree werden neu angelegt. Die Umgestaltung ist ohnehin erforderlich, weil die Heckenanlage derzeit durch den Buchsbaumzünsler zerstört wird.

 

Rosenobelgärten

Die Kleingärten nahe der Rosenobelschanze liegen für die Allgemeinheit unzugänglich hinter verschlossenen Türen. Das soll sich mit der Landesgartenschau ändern. Dieser besondere Ort wird nach der Umgestaltung geöffnet und vor allem wird die Rosenobelschanz wieder begehbar und zu einem einzigartigen Aussichtspunkt auf die Stadt, die Umgebung und den See.


Korrespondenzprojekt Uferpromenade

Im urbanen Uferbereich Überlingens wird sich ebenfalls einiges tun. Die vom Gemeinderat einstimmig beschlossene Umgestaltung der Uferpromenade mit Landungsplatz und Mantelhafen ist ein Korrespondenzprojekt der Landesgartenschau 2020, das von der LGS Überlingen 2020 GmbH im Auftrag der Stadt realisiert wird.

 

Uferpromenade

Im Gegensatz zum landschaftlich geprägten Uferpark West wird die Uferpromenade urban gestaltet. Sie wird als Stadtkante zum See quasi der „Balkon der Stadt“. Durch ihre Konstruktion, nämlich in direkter Verbindung auf dem Ufersammler sitzend, mutet die Uferpromenade wie ein Dachgarten an. Daher müssen Bestandteile, die unmittelbar baulich mit dem Kanal zusammenhängen, erhalten bleiben: die Blumenbeete, die Freitreppe am Landungsplatz und die Betonsitzbänke. Die Ästhetik der 1970er-Jahre wird in der Planung akzeptiert und berücksichtig, daher gibt es in den genannten Bereichen lediglich eine qualitative Aufwertung im Bestand.

 

Landungsplatz

Der Landungsplatz wird zur „guten Stube“ mit hoher Aufenthaltsqualität. Dazu wird er durch entsprechende Pflasterung bis unmittelbar an die Fassaden der angrenzenden Häuser heranrücken. Der Verkehr soll durch die künftige Gestaltung optisch in den Hintergrund rücken. Ziel ist ein starkes Gesamtbild, der Platz soll ein echter Platz werden. Promenade, Landungsplatz und Mantelhafen erhalten einen gut begehbaren Belag aus grauem Natursteinpflaster. Roter Porphyr setzt im hellen Granit flächig Akzente. Neue Sitzgelegenheiten, sei es durch Rundbänke unter den Bäumen am Landungsplatz oder rote Langbänke entlang des Ufers, machen Platz und Promenade attraktiver. Lange Bänder aus 1,20 Meter breiten Granitsteinplatten lockern das Gesamtbild auf und führen die Besucher auch optisch die Promenade entlang.

 

Der gesamte Bereich Landungsplatz und Uferpromenade ist barrierefrei zu begehen. Lässiges informelles Sitzen auf einem roten Holzdeck ist an der Freitreppe am Landungsplatz vorgesehen. Nicht alle Bäume können erhalten werden. Geschädigte Bäume werden entfernt und an anderer Stelle neu gepflanzt, einige bekommen deutlich bessere Standortbedingungen für mehr Vitalität. Die Baresel Insel bleibt wie von den Bürgern gewünscht bestehen.

 

Mantelhafen

Auch der Mantelhafen wird nicht nur gestalterisch, sondern auch strukturell aufgewertet und neu geordnet. Die Aufenthaltsqualität soll deutlich verbessert werden, der ruhende Verkehr kommt raus. Es entsteht ein hochwertiger, offener, urbaner Platz mit Pflanzbeeten und einer Pflanzinsel, langen Sitzbankelementen wie im Park, einem unter den Bäumen am Hafenbecken geplanten leuchtend roten Holzdeck und einem neuen Belag aus Natursteinpflaster, das sich bis zur Uferpromenade fortsetzt.


Der Höhensteg beim Ochsengraben

Der Höhensteg durch den privaten Ochsengraben soll nach den vorliegenden Entwurfsplänen den St. Johann-Graben mit den Menzingerhausgärten und dem Mantelhafenareal verbinden und könnte künftig neue, kaum gekannte Perspektiven und räumliche Bezüge eröffnen. Entwurfsplanung und Realisierung des Höhenstegs werden derzeit ergebnisoffen mit dem Eigentümer des dafür notwendigen Grundstücks abgesprochen. Die LGS GmbH plant auf den jetzigen Grundlagen weiter, ohne dass die noch offene Entscheidung über die tatsächliche Umsetzung vorweggenommen wird. Geplant ist, dass der Steg den Ochsengraben in einer Höhe von bis zu 15 Metern überspannen soll und so die lang vermisste innerstädtische Verbindung über das historische Grabensystem wiederherstellen könnte. Die in „wilder Anordnung“ positionierten runden Stützen integrieren sich gestalterisch in die umgebende Gehölzstruktur. Der Steg würde parallel zur Stadtmauer ohne Eingriffe in die Bausubstanz verlaufen und eine attraktive Wegeverbindung aus dem Bereich der Baumwipfel beim St. Johann-Turm bis in Richtung Bodensee schaffen.