Die Villengärten

Die 13 Schaugärten des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau sind hier eines von vielen Highlights. Es geht um Gartentrends, die Schönheit der Gartengestaltung, um Wasser, Gesundheit und Ruhe. Und es wird zum ersten Mal bei einer Landesgartenschau begehbare Schwimmende Gärten geben. Eine Open-Air-Bibliothek lädt zum Schmökern ein, die Kneippanlage zum Wassertreten und die Staudengärten sowie üppiger Wechselflor zum Staunen. Es wird einen Baumschulpfad geben mit tollen Solitärgehölzen und prachtvollem Bambus, und die Steinmetze und Friedhofsgärtner werden Anregungen geben zur Grabgestaltung. Im Grünen Salon steht das Thema Gesundheit im Mittelpunkt. Im neu erbauten Pflanzenhaus wird neben einem Teil der wertvollen Kakteensammlung der Stadt Überlingen der Treffpunkt Baden-Württemberg eingerichtet, ein fester Bestandteil einer jeden Gartenschau und Plattform für die Beiträge des Landes. Eine kleine Veranstaltungsbühne und eine Gastronomie vervollständigen das Angebot.

Treffpunkt Baden-Württemberg

Der Treffpunkt Baden-Württemberg (TBW) bietet erlebnisreiche Tage voller Kultur, Wissen und Unterhaltung für Jung und Alt. Er ist die Plattform, die Baden-Württemberg als innovatives, zukunftsorientiertes und facettenreiches Land vorstellt. Ministerien, Regierungspräsidien, Lehranstalten, Schulen und Verbände nehmen die Gelegenheit wahr, sich und ihre Aufgabenbereiche vorzustellen und über die Landespolitik in ihrem ganzen Spektrum zu informieren. Die rund 40 Ausstellungsbeiträge und das vielfältige Begleitprogramm widmen sich auf kreative Weise den unterschiedlichsten Themenschwerpunkten. Von fachspezifischen Vorträgen und Führungen bis hin zu spielerischen Mitmachaktionen bietet der TBW Informationen und Inspirationen in Hülle und Fülle. Als Kulturstätte stellt er zudem ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm bereit, das den kulturellen Reichtum des Landes in all seiner Vielfalt widerspiegelt. Konzerte, Kleinkunst-, Artistik- und Theatervorstellungen sowie Thementage rund um Baden-Württemberg sorgen für beste Unterhaltung. Der Treffpunkt Baden-Württemberg wird im Auftrag des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz durch bwgrün.de betreut.

Themenbereiche der Wechselausstellungen:
Architektur und Denkmalpflege, Energiewende und Klimawandel, Mobilität und Verkehr, Ländlicher Raum und Kulturlandschaft, Obst- und Gartenbau, Fischerei und Seenlandschaft, Literatur und Bildung, Gesellschaft und Soziales.

13 Gartenreiche

Trends und Variationen der Gartengestaltung zeigen die Schaugärten der Garten- und Landschaftsbauer – und das nicht nur auf dem Land, sondern auch auf dem Wasser. Es wird neun Gärten an Land und vier Schwimmende Gärten geben. Jeder Garten steht als Glanzpunkt für sich. Alle Ausstellungsbetriebe sind Mitglied im Verband Garten-, Landschafts-, und Sportplatzbau Baden-Württemberg (VGL-BW).

Verlorener Garten

Im Garten der Firma Negrassus aus Immenstaad sucht man vergebens nach geraden Linien. Die gesamte Gestaltung fließt und geht dynamisch ineinander über. Alle verwendeten Materialien stammen aus dem europäischen Raum, wie zum Beispiel der polygonale Belag aus hellem Naturstein für die runde Terrasse, die sich in ihren Randbereichen ohne Begrenzung mit der natürlichen Umgebung verbindet. Die Streifen der angrenzenden Natursteinplatten schmiegen sich an die Rundung an, sind aber an ihren Rändern gebrochen und führen mit einer bizarren Linienführung in die Pflanzung aus Stauden und Blütensträuchern über. Platten aus farbigem Sandstein schaffen eine fröhliche Verbindung zur Holzterrasse aus Kebony, einem umweltfreundlich modifizierten und somit sehr langlebigen Holz aus Norwegen. Von hier aus lässt sich das Wasserspiel in aller Ruhe betrachten. Dieses Plätzchen ist ideal für heiße Sommertage, denn hier sorgt eine alte Rotbuche mit dichtem Laub für angenehme Temperaturen.

Garten der Entspannung

Einen Garten mit Herz und voller Lebenslust, gebaut aus modernsten Materialien, das zeigt die Hainmüller Gartengestaltung e. K. aus Steißlingen. Drei große Charaktergehölze beeindrucken den Betrachter sowohl mit ihrer Kronenform als auch mit einer außergewöhnlichen Stammstruktur. Ein lineares Wasserbecken ist das Highlight der Natursteinterrasse. Über eine Edelstahlschütte ergießt sich das Nass aus dem oberen Becken in die etwas tiefer liegende rinnenförmige Fortsetzung aus spiegelndem Edelstahl. Zwei breite Stufen führen zur lauschigen Sitzecke auf dem Holzdeck aus pflegeleichtem, langlebigem Kebony-Holz. Wie mitten durch den Belag gewachsen wirkt der hier platzierte Schattenbaum. Maggiagranit-Mauern und Spaliergehölze umrahmen diese in sich ruhende Gartensituation. Der blühende Teppich aus weißen, rosa-farbenen und violetten Stauden zeigt ganz bewusst die wilde Üppigkeit und die fröhliche Stimmung, die sich mit einer auserlesenen Pflanzenkombination erreichen lässt.

Architektur aus Glas und Stein

Die warme Leichtigkeit des Sommers begeistert im Garten der Firma Schellhorn Außenanlagen aus Horgenzell. Der große Pool verschmilzt dabei optisch mit den Weiten des Bodensees und gewährt selbst beim Schwimmen einen wunderschönen Ausblick auf Alpen und Nachbarufer. Das moderne Glashaus überdacht die Lounge sowie die Außenküche und ermöglicht das Schweifen der Blicke in jegliche Richtung – und das nicht nur im Sommer. Die weiche edle Oberfläche des Bodenbelags aus Kanfanar, einem hellen Kalkstein, lädt zum Barfußlaufen und Sitzen direkt am Pool ein. Das warme Holz der Sommerküche unterstreicht die lauschige und dennoch edle Atmosphäre. Mediterrane Pflanzen lassen mit ihren an die Provence oder Toskana erinnernden Farben und Düfte das süße Leben – La Dolce Vita – mit einziehen. Hohe echte Zypressen sind das landschaftsprägende Gehölz für diese mediterranen Landstriche. Dieser Garten bezaubert vor allem in den Abendstunden mit einer fast magischen Stimmung voller Lebensfreude.

Garten Belvedere

Im Mittelpunkt dieser Gartengestaltung der Firma Gartenforum aus Konstanz-Dettingen steht – wie der Titel bereits verrät – der überwältigende Ausblick auf den Bodensee. Das Leben anhalten, heimelig geschützt durch das l-förmige Hochbeet aus Bärlocher Sandstein, dafür bietet sich der Sitzplatz geradezu an. Eine eigens für diesen Garten entworfene Stahlpergola aus Baustahl überspannt mit filigranem Design diese Ruhezone und zeichnet einen spannenden Schattenwurf auf den Maggia-Gneis aus dem Tessin. Die im Hochbeet gezogenen Weinreben erobern sich langsam auch dieses Terrain, spenden im Sommer kühlen Schatten und im Herbst die süßen Früchte. Perfekter Vordergrund des wundervollen Blicks auf den See ist ein in Handarbeit gefertigter Wasserstein. Auf dem Holzdeck aus heimischer Lärche lässt es sich durchatmen.

Poolvergnügen im Naturgarten

Im Garten der Firma Denzel aus Singen erlebt der Besucher das Zusammenspiel von Wasser, Naturstein und Pflanzenvielfalt. Dabei ist der Pool mit seinem glatten Wasserspiegel naturnah in die Gesamtkomposition eingebettet: Zwischen echten Zypressen, portugiesischem Kirschlorbeer, Osmanthus, blühenden Stauden und mediterranen Kräutern mit dem typischen Duft der Macchia des Mittelmeerraums lädt er zum vollen Freizeitgenuss ein. Der hellgraue Sandstein aus der Region ist stimmiges Bindeglied zwischen Wasser und Bepflanzung. Schattigen Rückzugsraum bietet die mit Reben berankte puristische Pergola aus Rohstahl. Hier gibt es eine naturnahe und in jeder Jahreszeit attraktive Bepflanzung, ausgelassenen Badespaß, witzige Grünideen für kleinste Grundstücke und spannende Blickachsen. Der großzügige Sitzstein im vorderen Bereich dient tagsüber als Sonnenliege oder zum gemütlichen Plausch.

Lauschig und luftig: Kählers Seepavillon

Zurückhaltendes Feingefühl, das spürt der Betrachter im See-Pavillon der Firma Kähler aus Eigeltingen. Die verwendeten Materialien sind hochwertig, bodenständig, farblich reduziert und perfekt aufeinander abgestimmt. Der aus heimischem Holz gestaltete Pavillon fungiert als erweiterter Wohnraum und ist eine traumhafte Outdoor-Ruhezone. Durch seine architektonische Leichtigkeit beflügelt er nicht nur die Gedanken, sondern deutet beispielhaft die kulinarische Kreativität in der Außenküche an. Der lauschige Sitzplatz ist geradezu ideal für frisch zubereitete Köstlichkeiten und schöne Stunden. Ein in Form geschnittener alter Birnbaum, Liebesgras, Berggras, Schaublatt und Sterndolde überzeugen durch zarte Leichtigkeit. Die gealterten Natursteinplatten als Bodenbelag haben ihren ganz eigenen Charme: Sie zeigen dem Betrachter die Spuren des Lebens.

Schwimmender Garten: Infinity – Unendlichkeit

Die liegende Acht symbolisiert die Unendlichkeit, sie ist aber auch ein Zeichen für Energiefluss und steht für Balance und Harmonie. Der Schwimmende Garten der Firma Paul Saum aus Hohenfels-Liggersdorf setzt das Symbol der Un- endlichkeit mit den immerwährenden Rhythmen der Natur gleich und bildet diese seit jeher unendliche Dynamik mit einem modernen, gleichsam avantgardistischen Gartenkonzept ab. Auf dem Holzdeck der Insel berühren sich zwei mystisch anmutende Gartenbereiche aus fließenden Formen und verschmelzen in ihrer gestalterischen Eigenständigkeit zur kraftvollen Einheit der liegenden Acht. Die ausdrucksvolle Pflanzenauswahl mit bizarren Solitärgehölzen und einer fast märchenhaften Unterpflanzung aus Gräsern, Farnen und Moosen wird von einem raffinierten Wasserspiel perfekt begleitet.

Schwimmener Garten: Die Leichtigkeit des Seins

Die leichte, luftige Staudenpflanzung im Inselgarten der Firma Grimm garten gestalten GmbH aus Hilzingen wirkt weich, filigran und wie natürlich gewachsen, während sie sanft im Wind der Seebrise wogt. Die auserlesene Pflanzenwahl entspringt einem ausgeklügelten Konzept. Durch farblich inszenierte Veränderungen bietet sie über alle Jahreszeiten hinweg dauerhaft blühende Highlights. Mittelpunkt ist ein skulpturales Sitzelement aus Holz in der Form eines Loopings, das ganz bewusst den Ausblick der Besucher lenkt: Die Hauptblickachse führt mitten auf den See und reicht bis zum Horizont. Die klare runde Form bildet einen schönen Kontrast zur Leichtigkeit der Bepflanzung und unterstreicht die Gestalt der schwimmenden Insel, die von einer sanften hügeligen Geländemodellierung geprägt ist.

Schwimmender Garten: Verbindung

Das Wasser im unendlichen Kreislauf der Natur ist das wertvollste Element und Nahrungsmittel auf dem Planeten Erde. Es bedarf besonderen Schutzes und Pflege. Im schwimmenden Schaugarten der Gartengestaltung Gropper aus Waldburg symbolisiert die große Stahlkuppel das Universum, das große Ganze, das sich um unseren Planeten formt. In der Mitte dieses Kosmos hängt die Erde, um(spielt) spült von ihrem wichtigsten Element, dem Wasser. Das zwischen beiden Inselteilen gespannte Seil versinnbildlicht weitere wichtige Verknüpfungen, die der Mensch nicht aus den Augen verlieren darf: Familie, Freunde, Glaube und Umwelt. Geht dieses Band verloren, hilft nur der Sprung ins Ungewisse, um zu neuen Perspektiven und zum rettenden Boot auf der zweiten Insel zu gelangen.

Schwimmender Garten: Insel der Träume

Wasser, Wind, Sonne und Bewegung, das sind die Elemente, welche die Firma Van den Elzen Garden Design aus Überlingen in ihrem schwimmenden Schaugarten gestalterisch auf sehr besondere Weise umsetzt. Grüner Lebensraum im urbanen Umfeld wird immer begrenzter und genau das ist die Herausforderung der Zukunft. Wer glaubt, dass hierdurch viele Wünsche unerfüllt bleiben, täuscht sich. Die verschiedenartige Verwendbarkeit einzelner Elemente lässt alle Träume wahr werden: Der Wassertisch aus heimischer Grauwacke dient nicht nur als Tafel zum Dinieren, sondern gleichzeitig als elegantes Wasserspiel. Die für diese Möblierung direkt im Steinbruch ausgewählten Rohblöcke zeigen zudem die Struktur versteinerter Wellen – eine wunderbare Hommage an den See. Weidenblättrige Gehölze, Stauden, Gräser und Farne schwappen mit ihrem frischen Grün zwischen hellem Muschel-Mulch auf den Sitzplatz über und sorgen für eine gewachsene Verbindung zwischen beiden Inselteilen.

See-Sehnsucht

Die Sehnsucht nach einem Ort mit natürlicher und nach- haltiger Geborgenheit ist bei vielen Menschen groß und genau diese Se(e)hnsucht stillt der Garten der Firma Bagger & Stein Reinhard Riegger aus Liggersdorf. Er spiegelt die vertraute Heimat am Bodensee, bringt Wasser und Berge in seiner Gestaltung zusammen und vermittelt das Gefühl, mittendrin zu leben. Über die Stufen aus Muschelkalk gelangt man zum See und seine schwungvollen Wellen spiegeln sich in den Formen des Rasens und der Pflanzfläche wider. Zum ganz speziellen Wohlfühlcharakter trägt die geschwungene Sitzbank aus heimischem Lärchenholz bei, von welcher man einen wunderbaren Blick auf die Weite der Wasserfläche hat. Die Natursteinmauer des Wasserspiels erinnert an die typischen alten Ufermauern entlang des Sees und der Bodenbelag aus gebrauchten Pflastersteinen erzählt spannende Seegeschichten.

Leben leben

Kühle Plätzchen zwischen wippenden Gräsern und bunten Stauden mit einzigartigen Entspannungsmomenten mitten in der Natur bietet Widenhorn – Gärten am See aus Sipplingen mit einer unglaublich ausgewogenen und stimmigen Gartengestaltung. Für schöne Begegnungen mit netten Menschen und hochwertigem Handwerk im Schatten mehr-stämmiger Solitärgehölze sorgt ein außergewöhnlicher Naturstein: Rund fünf Meter lang, trägt dieser geschwungene Monolith aus Grauwacke die Spuren des marinen Lebens in Form fossiler Einschlüsse in sich. Der Stein ist ein absolutes Unikat und erdet zuverlässig seine Gäste. Die Aufsehen erregende Bepflanzung aus einem ganz speziellen Mix ausgewählter Gräser und Stauden trägt die Farben der Jahreszeiten. Die Natursteinmauer aus wiederverwendetem Rorschacher Sandstein mit eingelassener Holzauflage zum bequemen Sitzen bietet einen herrlichen Blick auf den See.

Grüner Salon

Eine wahrlich virtuose Garteninszenierung erwartet die Besucher im Grünen Salon der Siegwarth Gartenmanufaktur GmbH & Co. KG aus Singen-Bohlingen. Hier sitzt man geradezu märchenhaft am goldenen Tisch, direkt auf dem Stuhl des Froschkönigs aus Stahl und Glasperlen. Ausgewählte Formgehölze mit skurrilem, teils schirmförmigem Kronenaufbau überschatten außergewöhnliche Sitzplätze und sind zugleich begeisternder Augenschmaus. Garten, Kunst und Genuss, das ist das provozierend edle Programm dieser Präsentation. Azaleen, Rhododendren und Hortensien in allen Farbschattierungen übernehmen das Zepter, das in der Zwischenzeit von strahlend weißen Königslilien hochgehalten wurde. Zwei große Spiegelwände sorgen für eine raffinierte Raumvergrößerung. Ein weiteres Highlight ist der Spa-Bereich mit Gartensauna, Whirlpool und Pool.

Schwimmende Gärten

Die erste Landesgartenschau am Bodensee bietet die einmalige Chance, gärtnerische Kreativität auch auf dem Wasser umzusetzen – mit Schwimmenden Gärten. Über einen Steg, der unmittelbar vor der Villa von den Villengärten fast 30 Meter in den See hineinführt, ist die Anlage für die Gäste begehbar. Sechs kunstvoll gestaltete Gärten und sind direkt an den Steg angedockt, einige schwimmen frei auf der Wasseroberfläche. Die Gärten schwimmen auf Pontons und sind angeordnet wie ein Fächer auf dem See, mit Sitzgelegenheiten zum Chillout und zum Träumen.

Das Konzept dazu hat der Überlinger Künstler und Landschaftsarchitekt Herbert Dreiseitl gemeinsam mit dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg entwickelt, für die technische Realisierung sorgt die Firma Technus, das Holz für den Steg hat die Firma Holzhandel August Nothhelfer gesponsert.

Treffpunkt Grün

Begleitend zu den Schaugärten bildet der Treffpunkt Grün in den Villengärten die zentrale landschaftsgärtnerische Informationsplattform. Neben der fachlichen Beratung der Besucher wird ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm angeboten. Einen Schwerpunkt bildet die wöchentliche Vortragsreihe „Garten aktuell“. Die Experten des Garten- und Landschaftsbaus halten hier fachlich fundierte Vorträge zu aktuellen Themen rund um den Garten, wie zum Beispiel zu Gestaltungsideen, Rosen im Garten oder Rasenpflege. Als besonderen Programmpunkt können Kinder und Jugendliche bei verschiedenen Veranstaltungen einen Einblick in den Berufsalltag eines Landschaftsgärtners gewinnen. Dabei können sie sich einen Garten kreativ ausdenken und mit verschiedensten Pflanzen- und Steinmaterialien in einer Kiste selber bauen und mit nach Hause nehmen.

Mein letzter Garten

Das Andenken an einen geliebten Menschen über seinen Tod hinaus zu bewahren, ist für die meisten von uns ein großer Wunsch. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die letzte Ruhestätte des Verstorbenen. Ein liebevoll gestaltetes Grab setzt ein Zeichen gegen das Vergessen und drückt unsere Verbundenheit zu den Menschen aus, die uns im Leben nahe waren. Für die Angehörigen ist eine würdevolle Grabstätte ein wichtiger Bezugspunkt für ihre Trauer und das Gedenken. Mit dem Ausstellungsbereich „Mein letzter Garten“ zeigen Friedhofsgärtnereien und Steinmetzbetriebe aus der Region gemeinsam mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner eG die vielfältigen Möglichkeiten für die individuelle Gestaltung der letzten Ruhestätte. Neben den traditionellen Schaugräbern in unterschiedlichen Größen steht ein parkähnlich angelegtes Gemeinschaftsgrabfeld im Mittelpunkt der Ausstellung. Anders als beim klassischen Friedhofsbild mit strengen Grabreihen sind die Grabstätten hierbei eher locker in die Anlage eingebettet und verschmelzen ohne erkennbare Grenzen mit der abwechslungsreichen Rahmenbepflanzung aus bodendeckenden Pflanzen, Gehölzen und blühenden Saisonblumen. Auf diese Weise entsteht ein blühender Garten der Erinnerung und des Gedenkens.

Badischer Baumschul Boulevard

Bäume und Sträucher produzieren Sauerstoff, binden Schadstoffe, bieten Wind- und Lärmschutz und sorgen für Kühlung in heißen Sommern. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Pflanzenvielfalt badischer Baumschulen. Um aus einem Samenkorn oder einem kleinen Steckling eine große Pflanze zu ziehen, wird neben dem großen Wissen um die Pflanze, handwerkliches Geschick und vor allem Ausdauer benötigt. Über viele Jahre hinweg werden diese Unikate von Gärtnern in den Baumschulen gepflegt. Damit die Pflanzen im Kundengarten sicher anwachsen, pflanzt man sie im regelmäßigen Turnus von drei bis vier Jahren auf immer größeren Abstand. Dadurch entwickeln sich im Pflanzballen die wichtigen Faserwurzeln, die ein ungehindertes Weiterwachsen ermöglichen. Diese großen Gehölze bilden in einem Garten das Grundgerüst. Ebenso wichtig sind niedrigere Sträucher, welche die zweite Ebene des Gartens gestalten, und letztendlich, was wäre ein Garten ohne Stauden und Zwiebelgewächse, die in der dritten Ebene für jahreszeitlichen Blütenreichtum und Struktur sorgen.

Open-Air-Bibliothek

Von April bis Oktober erwartet das Publikum in den Villengärten eine einzigartige Szenerie: Eine Open-Air-Bibliothek mit mehr als 1000 Werken der Bodensee-Literaturgeschichte. In den Regalen der Open-Air-Bibliothek ist hier eine einmalige Auswahl an Büchern zur Literaturgeschichte der Vierländerregion wetterfest untergebracht – mit Werken von Mönch Walahfrid Strabo aus dem Mittelalter bis hin zu jungen Gegenwartsautoren. Rund 120 Verlage haben die Bücher kostenlos beigesteuert. Der Reutlinger Literaturorganisator Peter Reifsteck hat das Konzept der Bibliothek gemeinsam mit dem Überlinger Literaturförderer Oswald Burger entwickelt. Studierende des Studiengangs Architektur der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) haben die Bibliothek entworfen und mit Unterstützung der Kreishandwerkerschaft gemeinsam umgesetzt. Außergewöhnliche Sitz- und Liegeelemente werden vom Designmöbel-Hersteller Vitra zur Verfügung gestellt. Förderer der Bibliothek ist der IBK-Kleinprojektefonds.

Begleitet wird die Bibliothek von einer Lesungsreihe, unter anderem mit renommierten Autorinnen und Autoren der Bodenseeregion. Mit dabei sind neben weiteren Arnold Stadler, Eva Gesine Baur, Bruno Epple, Verena Roßbacher und Peter Stamm. Gleichzeitig erinnert die Reihe auch an bereits verstorbene Dichter vom See wie Maria Beig, Jacob Picard, Annette von Droste-Hülshoff, Franz Michael Felder und Markus Werner.

In Zusammenarbeit mit den Buchhandlungen und Verlagen aus der Region findet jeden Dienstag um 19 Uhr eine Lesung im Grünen Salon statt.

Bodenseegärten

Gärtnern mit besten Aussichten, das geht hervorragend am Bodensee. Berühmte Persönlichkeiten haben über die Epochen hinweg mit ihrer Leidenschaft für Gärten Geschichten geschrieben. Vom blaublütigen Hobbygärtner bis zum geweihten Botaniker griffen so einige zur Harke. Bekannte Gärtner geben sich mit Seeblick ein Stelldichein beim Ausstellungsbeitrag des Vereins Bodenseegärten. Kaiserin Eugenie reiht sich zwischen Graf Lennart Bernadotte und Walahfrid Strabo ein. Hermann Hesse und der Heilige St. Leonhard treffen auf Hermann Hoch. Der Verein Bodenseegärten hat zum Zweck, die Gärten und Parks in der Vierländerregion Bodensee zu vernetzen und gemeinsam zu vermarkten. Zudem bezweckt der Verein die Unterstützung, Entwicklung und Erhaltung des Kultur- und Naturerbes Garten. Der Verein ist international tätig.

Auch in den Villengärten gibt es einen neuen Spielplatz: Das Kormorannest.