13. September 2018

St.-Johann-Graben bleibt Sackgasse

Trotz intensiver Bemühungen, nach dem Aus des Landesamts für Denkmalpflege für den Höhensteg im Ochsengraben einen Ersatz zu schaffen, ist es nicht gelungen, eine alternative Lösung zu finden. Der St.-Johann-Graben bleibt Sackgasse. Die Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH gibt daher die Pläne, den St.-Johann-Graben in das Ausstellungskonzept einzubeziehen, auf. „Ohne eine Durchwegung des Ochsengrabens mit darstellbarem Aufwand ist dieser Ausstellungsbereich wertlos“, so LGS-Geschäftsführer Roland Leitner. „Das ist bedauerlich, vor allem, weil damit ein Stück des Rundwegs fehlen wird.“

Oberbürgermeister Jan Zeitler hätte sich auch dauerhaft einen Durchgang vom St.-Johann-Turm hinunter zum Mantelhafen und somit eine städtebaulich wirksame und zukunftssichere Lösung gewünscht. „Das ambitionierte Vorhaben einer dauerhaften öffentlichen Durchwegung des Ochsengrabens wurde von vielen Seiten unterstützt. Bis zuletzt haben in besonderem Maße die Landesgartenschau, der Baubürgermeister und ich persönlich, das Vorhaben nicht nur vorangetrieben, sondern mit hohem Einsatz bis zum Regierungspräsidenten persönlich beworben. Leider vergeblich“, so OB Zeitler.

Der Höhensteg als innovatives und in wahrsten Sinne herausragendes Einzelprojekt war stets von einem „Plan B“ flankiert worden, der temporäre Versatzstücke, aber auch einfache Lösungen für eine Durchwegung bereithielt. Mit dem Grundstückseigentümer konnte jedoch schlussendlich keine Einigung erzielt werden. Er wollte seine berechtigten Interessen wahren. „Wenn schon nicht alle Behörden die Chancen erkennen, verwundert das letztlich nicht. So kam es, dass auch die wirklich weitreichenden Zugeständnisse und Angebote, die von der Verwaltungsspitze an die Eigentümer gemacht wurden, nicht erhört wurden“, sagte der Oberbürgermeister weiter.

Dass am Ende eines nun schon über Jahre gehenden Dialogs lediglich temporäre Lösungen möglich erschienen, aber keine dauerhafte Nutzung, sei für Stadt und LGS enttäuschend, aber auch Ansporn, die anderen ambitionierten Korrespondenzprojekte mit besonderem Engagement zum Erfolg zu führen. Ein unverhältnismäßig hoher Einsatz von personellen und finanziellen Ressourcen, um ausschließlich für 179 Tage eine letztlich unbefriedigende Möglichkeit zu schaffen, die den funktionalen und gestalterischen Mangel eher verdeutlicht als wirklich etwas zu bewirken, sei nicht zu verantworten, so LGS-Geschäftsführer Leitner.

Im St.-Johann-Graben hatte die Landesgartenschau GmbH eine kleine Veranstaltungsbühne geplant sowie kleinere Ausstellungsbeiträge. „Wir werden die Bühne in einem anderen Bereich unterbringen und auch die weiteren dort vorgesehenen Beiträge.“ Im mit 1000 Quadratmetern kleinsten Ausstellungbereich waren ein kleiner Handwerkermarkt, ein Beitrag des Landesamts für Denkmalpflege sowie ein schöner Wechselflor oder eine vertikale Begrünung vorgesehen.