13. Mai 2020

Häufig gestellte Fragen

Wir haben die am häufigsten gestellten Fragen zur Geländeschließung zusammengetragen. Hier finden Sie unsere Antworten.

Warum kann man den Uferpark nicht öffnen, wenn doch jeder Supermarkt und Baumarkt das schafft?
Das kann man nicht vergleichen. Zum einen dienen die beiden genannten Märkte dem täglichen Bedarf und vor allem der Nahversorgung. Und bei den Supermärkten gibt es mehrere an einem Ort, der Druck wird also verteilt. Außerdem ist die Verweildauer klar eingegrenzt, im Supermarkt geht man selten spazieren. Im Uferpark allerdings müsste man bei einem Zutritt die Verweildauer und die Menge der Menschen begrenzen. Das ginge nicht ohne erheblichen personellen und finanziellen Aufwand. Es müsste an Ein- und Ausgängen jemand stehen und zählen und im Gelände müsste auch Personal sein.

Man kann doch im Freien genügend Abstand halten, oder?
Die nach Infektionsschutzgesetz einzuhaltenden Abstände und Hygieneregeln sind gerade bei unserem schmalen Gelände im Uferpark mit Kreuzungspunkten und vielen Stellen, an denen sich der Ablauf ballt oder staut, nicht zu gewährleisten. Auch nicht mit hohem Personaleinsatz. Wir sehen uns an dieser Stelle auch in einer großen Verantwortung dem Besucher gegenüber.

Um die Besucherströme zu kanalisieren, und es werden Besucherströme sein, das sieht man an jedem Wochenende in Überlingen im Sommer, müsste Personal zur Verfügung gestellt werden. Und zwar nicht zu wenig. Wir aber sind gehalten, Kosten einzusparen. Die Belegschaft geht daher über Monate hinweg in Kurzarbeit, außerdem sind unsere Mitarbeiter nicht in jedem Fall in der Lage, diese Personaldienstleitungen durchzuführen, von Sicherheitsaufgaben mal ganz abgesehen. Externe zu beauftragen kostet Geld. Infrastruktur wäre ebenfalls nicht vorhanden. Die Menschen aus nah und fern würden die Stadt verstopfen, da die LGS-Infrastruktur mit Parkplätzen, Bus-Shuttle und großem Personalaufwand nicht vorgehalten werden kann, auch das kennt man aus Erfahrung. Der Pflegeaufwand, Toilette, Mülleimer, Sauberkeit des Parks, ist erheblich und nicht zu unterschätzen.

Warum können die Rosenobelgärten, Menzinger Gärten oder Villengärten nicht geöffnet werden?
Hier ist es noch viel enger als im Uferpark, hier können die Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes überhaupt nicht eingehalten werden. Die Wege lassen überhaupt keinen Begegnungsverkehr zu.

Warum kann man dann zum Beispiel den Uferpark nicht wenigstens nur für Überlinger öffnen?
Das ist aus Gründen des europäischen Antidiskriminierungsgesetz nicht möglich. Zudem wäre es für den Tourismusstandort Überlingen dauerhaft schädlich, wenn Gäste von außerhalb außen vor bleiben müssten. Der Imageschaden wäre immens, denn die Gäste kommen ja gerade im Sommer 2020, der geprägt ist von minimalen Reisemöglichkeiten, an attraktive Orte im Inland.

Warum kann man den Uferpark nicht nur für Dauerkartenbesitzer öffnen?
Auch das wäre ja diskriminierend und würde andere Menschen ausgrenzen. Hinzu kommt, dass wir rund 17 000 Dauerkartenbesitzer haben, die dann alle das Recht beanspruchen könnten auf die Gartenschau zu gehen. Und die Gartenschau ist ja eigentlich keine, es ist eine halbfertige. Wir haben leere Pavillons, eine leere Gastronomie, eine halbfertige Tribüne, keine Ausstellungsbeiträge und keinen Wechselflor. Zudem fahren wir die Pflege und Unterhaltung der Landesgartenschauflächen in diesem Jahr auf den Stand einer normalen Parkanlage zurück, um Kosten zu reduzieren. Eine Landesgartenschau würde viel intensiver gepflegt. Das alles würde das Bild von einer Landesgartenschau, wie es sie 2021 geben wird, völlig verfälschen und wir sind sicher, einige Besucherinnen und Besucher auch enttäuschen, was für eine erfolgreiche Landesgartenschau kontraproduktiv wäre. Immerhin müssen wir 2021 sehr erfolgreich sein, um das ohnehin zu erwartende Defizit durch die Verschiebung möglichst gering zu halten.

Warum kann man nicht wenigstens einen Zugang zum Baden schaffen?
Wir würden damit die Voraussetzung einer Badestelle schaffen und hätten als Pächter der Fläche die Verkehrssicherungspflicht und müssten Aufsichtspersonal stellen.

Warum bleibt die Blumenpracht im Verborgenen, das ist doch schade?
Die Blumenpracht ist zeitlich begrenzt, denn außer den Stauden wird in diesem Jahr nichts mehr blühen im den Ausstellungsbereichen. Der Frühlingsflor kommt Mitte Mai aus der Erde und wird nicht durch den Sommerflor ersetzt. Das heißt, 24 Blühbeete bleiben leer. Wir müssen aus Kostengründen, weil wir auch einsparen wollen, wo es geht, den Pflegeaufwand auf ein Minimum reduzieren.

Warum geht das alles in Kamp-Lintfort und in Überlingen nicht?
Kamp-Lintfort nimmt für sich in Anspruch ein Konzept entwickelt zu haben, das ausreichend Schutz bietet. Man setzt auch auf das mit rd. 40 ha deutlich größere Gelände. Man geht davon aus, dass so die Abstandsregeln und Hygieneerfordernisse eingehalten werden können. Eine so weitreichende Entscheidung ist nicht ohne Weiteres übertragbar. Unsere Geländesituation ist eine ganz andere. Es ist nicht allein der Größenunterschied von 40 ha zu 11 ha, es ist die kleinteilige Struktur unserer fünf Ausstellungsbereiche. Eine ausdifferenzierte Landschaftsarchitektur mit teilweise schmalen Wegen und wegebegleitenden Attraktionen, trifft auf die mittelalterliche Struktur unserer historischen Innenstadt. Die Wege sind oft schmal, erlauben kaum Ausweichbewegungen, lassen keinen Gegenverkehr mit dem erforderlichen Abstand zu. Sowohl in den Gartenflächen als auch in der Stadt finden sich viele Attraktionen und Ausblicke, die zum spontanen Verweilen geradezu auffordern. Um die zum Infektionsschutz notwendige räumliche Distanz einhalten zu können bewegen sich die Besucher einer Gartenschau zu individuell und nicht planbar. Wir schauen auf unsere Gegebenheiten und schauen nicht auf das was andere tun – wir sehen uns hier in einer großen Verantwortung unseren Besuchern gegenüber.

Warum wünschen wir uns als Landegartenschau GmbH keine Öffnung des Geländes?
Ausstellungsbeiträge konnten wegen der Corona-Pandemie teilweise nicht fertiggestellt werden. Besucherinnen und Besucher würden eine halbfertige Gartenschau sehen. Das wäre kein Anreiz für einen Besuch 2021. Viele Ausstellungsbeiträge bedürfen einer Erklärung oder Erläuterung, um verstanden zu werden. Sie müssten auch zusätzlich ge- und versichert werden. Sie sind aber personell nicht besetzt und vermitteln deshalb ein völlig falsches Bild. Das würde dem Engagement vieler Ehrenamtlicher und Vereine nicht gerecht. Ein „unbelebtes“, da personell nicht betreutes und auch nicht gepflegtes Gelände wirkt tot und entspricht überhaupt nicht dem, wofür das gesamte Team über Jahre hinweg aufopferungsvoll gearbeitet hat. Der Reiz des Neuen wäre nächstes Jahr nur noch sehr eingeschränkt gegeben. Ein Gartenschauflair fehlt völlig (Leute flanieren oder sitzen auf den Wiesenflächen, Kinder toben und spielen, ein lauer Abend im Biergarten oder an der Bühne).

Wir bitten herzlich um Verständnis und Geduld. Überlingen hat auch in diesem Jahr so viele wunderschöne und gepflegte Grünanlagen.

Lassen Sie uns gemeinsam für eine erfolgreiche und attraktive Landesgartenschau 2021 arbeiten. Vielen Dank.

Ihr Team der Landesgartenschau Überlingen 2020/2021