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Der Uferpark: Spiel und Spaß für die ganze Familie

Er ist der größte Ausstellungsbereich mit Prachtstauden und üppigem Wechselflor, gemütlichen Sitz- und Liegemöglichkeiten im Grünen, Wiesen für Sport, Spiel und Spaß, zahlreichen Ausstellungspavillons, der Großgastronomie im Zelt, einer Beach-Bar und der Seebühne mit einem großartigen Veranstaltungsprogramm. Hier wird der Landkreis die Vielfalt der Region präsentieren, der Bodensee in seinem Facettenreichtum im See-Pavillon vorgestellt und hier werden auch die Junge LGS und das Grüne Klassenzimmer ihren Platz finden. Eine Aufzuchtstation des vom Aussterben bedrohten Waldrapps zählt zu den Höhepunkten im Bereich der Naturschützer.

Eine weitere Besonderheit dank des Bodensees: Das ökumenische Kirchenschiff mit den Aktivitäten der Kirchen liegt fast unmittelbar am Uferpark vor Anker, neben der Anlegestelle der Bodensee-Schiffsbetriebe, die dort mehrmals täglich mit einem Kursschiff anlegen und die Gäste bequem zur Landesgartenschau bringen.

Zentrale Spiellandschaft
Die Spiellandschaft unmittelbar am Ufer des Bodensees wird ein Highlight während der Landesgartenschau, eine Attraktion im Uferpark vor allem für unser jüngstes Publikum.

Besonders spannend ist der Perspektivenwechsel. Es geht vom imaginären grünblauen Grund des Sees bis rauf auf die fast drei Meter hohe Plattform des gut elf Meter hohen Mastes. Der 60 Meter lange Trail aus Stangen und Seilen bietet für alle etwas, für Entdecker genauso wie für die ganz Mutigen mit viel Kondition.

Der Spielbereich für die größeren Kinder ist rund 1750 Quadratmeter groß, die kleineren Kinder können sich in einem eigenen, mit Hecken abgegrenzten und auf ihr Alter zugeschnittenen Spielbereich auf einer Fläche von 80 Quadratmetern austoben.

Klettern, sich verstecken, balancieren – all das bietet die künftige Spiellandschaft unter großen alten Bäumen im Herzen des Parks. Fischerboote und Fangnetze nehmen Bezug zum Bodensee und kommen in den verschiedensten Formen vor. Ergänzt werden die Bewegungsangebote durch vielfältige Schaukel- und Schwingmöglichkeiten sowie durch Rutschen, Rutschstange und Wipp- oder Wackelspiele.

Riesenschaukeln und Sandfläche
Zum Lieblingsspielplatz wird die große Sandfläche, die Riesenschaukeln sind für Groß und Klein ein Vergnügen und wer kneippen möchte, der geht einfach in das größte Kneippbecken der Welt – den Bodensee.

Ein Lesezeichen erinnert an die Geschichte des Uferparks

Der Uferpark West wird auf geschichtsträchtigem Boden angelegt. Gemeinsam mit dem Verein „Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen und KZ Aufkirch in Überlingen“ erinnert die Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH deshalb mit einem Lesezeichen an die KZ-Häftlinge, die während des Zweiten Weltkrieges im Stollen zur Zwangsarbeit verpflichtet waren.

Nach der Bombardierung der Friedrichshafener Industrieunternehmen, die im Zweiten Weltkrieg Rüstungsgüter herstellten, sollten diese unterirdisch verlagert werden. Dafür kamen 800 Häftlinge aus dem KZ Dachau nach Überlingen. Sie hatten Gänge, also Stollen, aus dem Felsen zu sprengen und das Gestein abzutransportieren. Den Aushub aus dem Berg schütteten sie in den Bodensee; auf ihm wurde später der Überlinger Campingplatz errichtet. Der größte Teil des Stollens ist heute zugänglich.

Das Lesezeichen ist zurückhaltend, wird aber bemerkt. Es weist in Richtung Fensterstollen, ist aber kein mahnender Zeigefinger. Das in Blickrichtung zum Stollen in den Boden eingelassene Zeichen aus großflächigen Rorschacher Sandsteinen ist ein symbolischer Stolperstein. Durch die Vertiefung des Zeichens kann sich Regenwasser sammeln. Damit wird ganz bewusst ein atmosphärischer Bezug zur Wasserfläche des Bodensees hergestellt. Eingraviert werden eine Grafik des Goldbacher Stollensystem und ein kurzer Text zur Geschichte des Geländes.

Grünvernetzung in der ganzen Stadt

Villengärten, Rosenobelgärten und Menzinger Gärten werden im Zuge der Landesgartenschau nicht nur gestalterisch aufgewertet, sondern auch dauerhaft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Menzinger Gärten
Ein besonderer Ort in fantastischer innerstädtischer Lage sind die Menzinger Gärten, bislang kaum einsehbar. Sie sollen ein Ort zum Verweilen, Spielen und Genießen werden, mit neu angelegten, von Eibenhecken gerahmten Kleingartenkarrees, Aussichtsterrassen und Sitzgelegenheiten vor allem im oberen Teil des Geländes. Hier findet auch der Spielplatz, entworfen und gebaut von der Firma Kreaholz, seinen Platz. Der Entwurf der Überlinger hat bei der beschränkten Ausschreibung durch große Kreativität und den spielerischen Umgang mit der Überlinger Geschichte und der Architektur des St. Nikolaus Münsters überzeugt. Das Weingut Kress wird hier dauerhaft Reben anpflanzen. Der obere Bereich bleibt der Öffentlichkeit auch nach der Landesgartenschau frei zugänglich.

Der untere Teil mit den Heckenkarrees wird unter Einbeziehung der bisherigen Nutzer und nach der Landesgartenschau wieder für eine moderne und flexiblere Nutzungsform der privaten Nahversorgung zur Verfügung stehen.

Rosenobelgärten

Für viele Überlingerinnen und Überlinger öffnet sich mit dem Tor in die Rosenobelgärten eine Tür in eine unbekannte Welt. Kaum jemand kennt die bisher geheimen „Busergärten“ und die exponierte Rosenobelschanz. Mit der Landesgartenschau werden die Rosenobelgärten erstmals geöffnet. Nach 2020 bleibt ein Teil öffentlich, aber auch die gärtnerische Nutzung soll langfristig beibehalten werden. Die schon existierenden Nutzgärten im westlichen Teil werden künftig von einem bis zu zwei Meter breiten Rundweg gerahmt. Mittig haben drei größere Parzellen Platz, die später als Bürgergärten verpachtet werden können. Von den Rosenobelgärten schlängelt sich ein Weg auf das Plateau der Rosenobelschanze.

Villengärten
Die zurzeit wenig gestaltete Grünfläche rund um das ehemalige Haus des Gastes wird neu angelegt, ebenso die bepflanzte Böschung im entsprechenden Uferabschnitt. Mit der Grünanlage des künftigen Pflanzenhauses entsteht hier ein neuer attraktiver Garten.

Die wertvolle Kakteensammlung der Stadt Überlingen bekommt im Pflanzenhaus einen ganzjährigen und dauerhaften Standort. Mit rund 5000 Exemplaren ist die Sammlung einmalig und vielfältig. Sie reicht von winzigen lebenden Steinen über Opuntien mit ihren charakteristischen fleischigen Scheiben, dem auch als Schwiegermuttersitz bekannten Goldkugelkaktus bis hin zu den langen schlanken Säulenkakteen. Bis zu 100 Jahre alt, sechs bis sieben Meter hoch und bis zu 300 Kilogramm schwer sind die prachtvollsten. Im neuen Pflanzenhaus bekommen sie ganzjährig ordentlich Platz und die perfekten klimatischen Bedingungen. Der Umzug von der Stadtgärtnerei in den Stadtgarten gehört künftig der Vergangenheit an.

Das Gewächshaus wird 30 Meter lang, 20 Meter breit und bis zu zehn Meter hoch. Es ist aus Isolierglas und als dreischiffige, höhengestaffelte Bogenanlage im Stil einer Basilika gebaut.

In den Villengärten rund um das ehemalige „Haus des Gastes" wird es durch die Landesgartenschau dauerhaft eine Reihe kleinerer Veränderungen geben. Vor dem Pflanzenhaus entsteht ein schöner Vorplatz aus Sandstein in Blickrichtung zum See und der vorhandene Spielplatz wird neu gebaut und an einen anderen Standort verlegt, mehr in Richtung See. Gestalterisches Vorbild war ein Kormorannest. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Kneippbecken werden Kräuterhochbeete angelegt und auch nach der Gartenschau vom Kneippverein gehegt und gepflegt. Die Wege im Park, der künftig aus einer Einheit besteht und drei ehemals einzelne und voneinander abgetrennte Gärten zusammenfasst, werden mit einem neuen Belag versehen und auch die Aussichtsterrasse direkt am Bodenseeufer wird neu gepflastert. Der Wasserspielplatz direkt davor wird aktiviert. Auch die Bepflanzung entlang der Promenade erhält im Zuge der gesamten Aufwertung ein neues Gesicht.

Weitere Bereiche

Korrespondenzprojekte Uferpromenade

Im urbanen Uferbereich Überlingens hat sich bereits einiges getan. Die vom Gemeinderat einstimmig beschlossene Umgestaltung der Uferpromenade mit Landungsplatz und Mantelhafen ist ein Korrespondenzprojekt der Landesgartenschau 2020, das von der LGS Überlingen 2020 GmbH im Auftrag der Stadt realisiert wird.

Uferpromenade
Im Gegensatz zum landschaftlich geprägten Uferpark West wurde die Uferpromenade urban gestaltet. Sie ist als Stadtkante zum See quasi der „Balkon der Stadt“. Durch ihre Konstruktion, nämlich in direkter Verbindung auf dem Ufersammler sitzend, mutet die Uferpromenade wie ein Dachgarten an. Daher mussten Bestandteile, die unmittelbar baulich mit dem Kanal zusammenhängen, erhalten bleiben: die Blumenbeete, die Freitreppe am Landungsplatz und die Betonsitzbänke. Die Ästhetik der 1970er-Jahre wurde in der Planung akzeptiert und berücksichtig, daher gabt es in den genannten Bereichen lediglich eine qualitative Aufwertung im Bestand.

Landungsplatz
Der Landungsplatz wird zur „guten Stube“ mit hoher Aufenthaltsqualität. Dazu wird er durch entsprechende Pflasterung bis unmittelbar an die Fassaden der angrenzenden Häuser heranrücken. Der Verkehr soll durch die künftige Gestaltung optisch in den Hintergrund rücken. Ziel ist ein starkes Gesamtbild, der Platz soll ein echter Platz werden. Promenade, Landungsplatz und Mantelhafen erhalten einen gut begehbaren Belag aus grauem Natursteinpflaster. Roter Porphyr setzt im hellen Granit flächig Akzente. Neue Sitzgelegenheiten, sei es durch Rundbänke unter den Bäumen am Landungsplatz oder rote Langbänke entlang des Ufers, machen Platz und Promenade attraktiver. Lange Bänder aus 1,20 Meter breiten Granitsteinplatten lockern das Gesamtbild auf und führen die Besucher auch optisch die Promenade entlang.

Der gesamte Bereich Landungsplatz und Uferpromenade ist barrierefrei zu begehen. Lässiges informelles Sitzen auf einem roten Holzdeck ist an der Freitreppe am Landungsplatz vorgesehen. Nicht alle Bäume können erhalten werden. Geschädigte Bäume werden entfernt und an anderer Stelle neu gepflanzt, einige bekommen deutlich bessere Standortbedingungen für mehr Vitalität. Die Baresel Insel bleibt wie von den Bürgern gewünscht bestehen.

Mantelhafen
Auch der Mantelhafen wurde nicht nur gestalterisch, sondern auch strukturell aufgewertet und neu geordnet. Die Aufenthaltsqualität ist nun deutlich besser, der ruhende Verkehr kam raus. Es entstand ein hochwertiger, offener, urbaner Platz mit neuem Pflanzkonzept und einer zusätzlichen Pflanzinsel, langen Sitzbankelementen wie im Park und einem neuen Belag aus Natursteinpflaster, das sich bis zur Uferpromenade fortsetzt.