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Landwirte besichtigen Ausstellungsflächen

05.02.2018

Obst und Destillate aus der Region probieren, alte Obst- und Gemüsesorten vorstellen und bestimmen lassen, den Boden durch ein übergroßes Mikroskop anschauen, einen Schopf bauen, Vogelkästen aufstellen, CO2-Fußabdrücke heimischer Pflanzen mit importierten vergleichen. Beim ersten Treffen der Landwirte aus dem Bodenseekreis sprudelten im Landratsamt in Friedrichshafen die Ideen, wie sich der Berufsstand auf der Landesgartenschau in Überlingen 2020 präsentieren könnte.

 

Nun kamen mehr als 20 Vertreter nach Überlingen, um sich die potentiellen Ausstellungsflächen anzuschauen. Dass sie vom 23. April bis 18. Oktober 2020 zu den Ausstellern gehören werden, stand außer Frage. „Ich bin immer wieder fasziniert, wie fruchtbar diese Region ist“, sagt Edith Heppeler, Geschäftsführerin der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH bei dem Treffen im Landratsamt in Friedrichshafen, „deshalb kann eine Landesgartenschau am Bodensee auf keinen Fall ohne die heimischen Landwirte stattfinden.“

 

In vier Gruppen hatten die rund 30 Teilnehmer überlegt, wie sie die Themenbereiche Obst und Beeren, Hausgarten und Gemüse, Hopfen und Ackerbau ebenso wie Tourismus und Direktvermarktung für die Besucher darstellen können. Geplant ist, die Beiträge in der Innenstadt in den verwunschenen Rosenobelgärten und eventuell einem Teil der Menzinger Gärten zu präsentieren. Zusammen mit den Stadtgräben machen sie eine Fläche von etwa fünf Hektar aus. „Es sind kleine, aber feine Plätze, an denen Sie das was Sie jeden Tag im großen Stil machen, gebündelt darstellen können“, sagte Annette Stoll-Zeitler, Fachbereichsleiterin für den Bereich Ausstellung, Betrieb und Veranstaltungen bei dem Treffen im Landratsamt in Friedrichshafen. Aus ihrer Erfahrung bei mehreren Gartenschauen weiß sie, dass dies kein Nachteil ist. „Oft beeindrucken die Beiträge mehr, wenn sie konzentriert auf einem kleinen Raum präsentiert werden, als auf großen weiten Flächen.“

 

Das können sich nach ihrem Besuch in Überlingen auch zahlreiche Landwirte vorstellen. Viele beeindruckte nicht nur die Atmosphäre hinter den jahrhundertealten Mauern der Rosenobelgärten, auch ihre traditionelle Nutzung als Kleingärten passe zur Landwirtschaft. Erste Gruppen formierten sich, denn vielen wurde schnell klar, dass auf dieser kompakten Ausstellungsfläche zusammengearbeitet werden muss.

 

Unter der Leitung des Landwirtschaftsamts Bodenseekreis sollen die Ideen nun weiterentwickelt werden. „Wir wollen die Chance nutzen, unsere Kultur- und Naturlandschaft, die Lust auf Freizeit und Erholung aus landwirtschaftlicher Sicht darzustellen“, betonte Amtsleiter Hermann Gabele. Ein weiteres Treffen, bei dem einzelne Ideen ausgewählt und konkretisiert werden sollen, ist für Anfang März geplant. Vielen Landwirten ist dabei besonders wichtig, die Realität ihres Berufs darzustellen. „Wir wollen das bäuerliche Leben so zeigen wie es ist und kein verklärtes Bild“, betonte eine Vertreterin der Landfrauen.

 

Für den Grundausbau der dazu nötigen Flächen sorgt das Team der Landesgartenschau Überlingen. „Sie werden nach den Bedürfnissen der Aussteller vorbereitet“, erklärte Stoll-Zeitler. Alle weiteren Arbeiten, wie etwa Saatgut einzusäen, seien Aufgabe der Aussteller. Unterstützung sagte sie auch bei logistischen Fragen und für den organisatorischen Bereich zu.