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Zwischenstand des Verkehrskonzepts vorgestellt

28.11.2017

„Jedes Auto weniger in der Stadt ist gut für Überlingen.“ So lautet das erklärte Ziel des Verkehrskonzepts für die 179 Ausstellungstage der Landesgartenschau im Jahr 2020. Roland Leitner, Geschäftsführer der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH, stellte am Montag gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Längin den Zwischenstand der Planungen vor.

 

Die Zahl der Besucher, die zwischen dem 23. April und 18. Oktober 2020 mit dem Auto in Überlingen anreisen, soll so gering wie möglich gehalten werden. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung, dem Landratsamt Bodenseekreis, dem Verkehrsverbund und den Verkehrsunternehmern arbeitet das Team der LGS daran möglichst viele Gäste für eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Reisebussen zu motivieren.

 

Eingänge

In Überlingen findet eine Landesgartenschau erstmals in einer stark besuchten internationalen Tourismusregion statt. „Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst“, sagt LGS-Geschäftsführer Leitner. „Unser Ausstellungskonzept ist deshalb dezentral angelegt.“ Um keinen zentralen Ballungspunkt entstehen zu lassen, werden die Besucher bereits bei der Ankunft zu verschiedenen Eingängen der Ausstellung geleitet. Insgesamt wird es vier Zugänge geben: Am Uferpark, im Bereich der Rosenobelgärten, der Menzinger Gärten und der Villengärten. Die Verkehrsströme werden dementsprechend gelenkt. Momentan wird an folgenden Möglichkeiten gearbeitet:

 

Pkw

Für Tagesgäste, die mit dem Auto anreisen, wird während des Ausstellungszeitraums im zukünftigen Baugebiet „Südlich Härlen“ ein kostenpflichtiger Parkplatz geschaffen. Er bietet Platz für rund 1200 Fahrzeuge. Das Gelände muss dafür geschottert und die Parkfläche begrenzt werden. Diese Arbeiten sind für Ende 2019 geplant. „Bei der Zahl der temporären Parkplätze orientieren wir uns an Erfahrungswerten anderer Gartenschauen, Nagold z.B. hatte 1300 Parkplätze“, so Roland Leitner.

 

Von dort aus werden die Besucher mit Shuttlebussen in weniger als zehn Minuten zum Ausstellungseingang am Uferpark gebracht. Die Busse sollen im Pendelverkehr fahren, um die Wartezeit für die Gäste möglichst niedrig zu halten. Das Parkticket ist gleichzeitig die Fahrkarte für den Shuttle. Zusätzlich werden zwei Fußwege ausgeschildert.

 

Bei Sonder- und Großveranstaltungen werden weitere Parkmöglichkeiten ausgewiesen. „Das gilt auch an Spitzentagen zum Beispiel bei schönem Wetter“, sagt Leitner. Ein sogenannter Überlaufparkplatz könnte etwa an der Wiese am Heizkraftwerk entstehen. Weitere Möglichkeiten werden noch geprüft.

 

Im gesamten Ausstellungszeitraum soll eine eindeutige Beschilderung auf der B 31 dafür sorgen, die Autos frühzeitig um die Stadt herum auf die Parkplätze zu leiten. „Das ist vor allem aus östlicher Richtung wichtig, damit die Gäste nicht durch die Stadt fahren“, sagt Leitner. Die Bahnhofstraße am Uferpark soll zwischen den beiden Bahnübergangen gesperrt werden. Die Zufahrt ist ab dem neuen Parkhaus Therme im Ausstellungszeitraum nur für die Anlieger frei, so die aktuelle Planung.

 

Bahn

Die Landesgartenschau in Überlingen ist eine der wenigen, bei denen Bahnreisende gleich an zwei Stellen nahezu direkt vor einem Eingang zum LGS-Gelände ein- und aussteigen können. Die Haltestelle Überlingen Therme liegt unmittelbar vor dem Eingang zum Ausstellungsbereich im Uferpark. Im Stadtzentrum sind es von der Haltestelle Überlingen ebenfalls nur wenige Schritte bis zum Eingang im Bereich der Rosenobelgärten.

 

Leitner gibt zu bedenken, dass die momentane Taktung der Züge für den Ausstellungszeitraum nicht ideal ist. Die meisten Regionalzüge halten stündlich in Überlingen und sind mit einem Triebwagen ausgestattet. Um die Anreise mit der Bahn attraktiver zu machen, müsse sowohl die Taktzahl der an- und abfahrenden Züge erhöht werden als auch die Zahl der Waggons. Wegen des kurzen Bahnsteigs an der Haltestelle Überlingen können aber nicht mehr als zwei Triebwagen angehängt werden. Gemeinsam mit dem Verkehrsverbund, dem Landratsamt Bodenseekreis und Verkehrsunternehmern arbeitet die LGS intensiv an einer Verbesserung des Angebots, so lang sie in Relation zu den Kosten stehen. Da diese erfahrungsgemäß eher hoch ausfallen, müsse beim Land Baden-Württemberg um Unterstützung für das Projekt geworben werden.

 

Bus

In diesem Sinn wird auch der Einsatz von E-Bussen geprüft. „Hierzu führen wir derzeit intensive Gespräche“, sagt Leitner. Gleiches gilt für die Fahrzeiten der Buslinien, die die Stadt aus dem Umland erreichen und verlassen. Wie beim Schienenverkehr muss auch hier eine höhere Taktzahl erreicht werden, um die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln attraktiver zu machen. Momentan fahren die verschiedenen Buslinien Überlingen in einem Abstand zwischen 30 Minuten und ein bis zwei Stunden an. „Wir hätten gerne vom Ausstellungsjahr an auf der Parkseite wieder eine dauerhafte öffentliche Bushaltestelle wie es sie vor dem Umbau des Parks schon gab“, so Leitner.

 

Zusätzlich arbeitet die LGS intensiv im Bereich Marketing/Vertrieb daran, dass Reiseunternehmer möglichst viele organisierte Busreisen zur Landesgartenschau anbieten. Für sie stehen Parkplätze am zentralen Busbahnhof zur Verfügung, von wo aus der Ausstellungseingang im Bereich Rosennobelgärten bequem zu Fuß zu erreichen ist. Wie auch bei den Pkws werden für die Busse im Bedarfsfall weitere Parkflächen ausgewiesen.

 

Fahrräder

Der Bodensee ist ein beliebtes Ziel für Radfahrer und -wanderer. Für sie sollen an zahlreichen Stellen im Stadtgebiet und den Eingängen zum LGS-Gelände Abstellmöglichkeiten entstehen. „Wir würden auch sehr gerne Ladestationen für E-Bikes einrichten“, sagt Leitner. Ob und wie viele es sein werden ist von den Kosten abhängig und wird momentan geprüft.

 

Wasserwege

Das Wasser als zusätzliche Anreisemöglichkeit zu nutzen, ist ein großer Wunsch der Planer. Konkrete Vereinbarungen gibt es hierzu aber noch nicht. Gemeinsam mit den Bodenseeschifffahrtsbetrieben (BSB) und der Insel Mainau werde momentan nach Lösungen gesucht, um den Gästen „eine Brücke über den See zu bauen“, sagt der LGS-Geschäftsführer. Auch über ein Wassertaxi wird momentan nachgedacht. So könnte beispielsweise der Weg zwischen den innerstädtischen Ausstellungsbereichen und dem Uferpark bequem zurückgelegt werden. Hier setzt die Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH auf die Initiative privater Schifffahrtsbetriebe. Ob es ein ähnliches Angebot auf der Landseite in Form eines Bähnchens oder ähnlichem geben wird, ist noch nicht geklärt. Leitner: „Die LGS GmbH kann dieses Projekt sicher nicht stemmen, auch hier könnten private Betreiber zum Zuge kommen.“