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Die Planung zur Grünvernetzung wird konkret

22.09.2017

Das Überlinger Büro 365° freiraum + Umwelt wurde vom Aufsichtsrat der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH ausgewählt, die Bereiche Menzinger Gärten und St. Johann-Graben, Rosenobelgärten und Villengärten beim ehemaligen Haus des Gastes und dem Pflanzenhaus im Zuge der vom Gemeinderat beschlossenen Grünvernetzung zu planen.

 

Das Projekt Grünvernetzung ist ein Korrespondenzprojekt zur Landesgartenschau. Die Landesgartenschau wird so in die historische Innenstadt geleitet und erst mit diesen Projekten „rund“. Ideen zur Gestaltung dieser innerstädtischen Bereiche haben fünf Landschaftsarchitekturbüros aus Überlingen und Umgebung entwickelt.

 

Dafür hat die Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH ein beschränktes Auswahlverfahren, eine sogenannte Mehrfachbeauftragung (Parallele Planungsaufträge gegen Honorar), durchgeführt. Das ist eine Art Wettbewerb und bedeutet, dass alle fünf Büros dieselbe Aufgabe gestellt bekommen und Gestaltungsansätze für alle drei Aufgabenbereiche entworfen haben. Juriert wurden die eingereichten Arbeiten vom Aufsichtsrat der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH.

 

Die anonym eingegangenen Arbeiten der fünf eingeladenen Büros aus Überlingen und der Region wurden bei der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag, 22. September, juriert. LGS-Geschäftsführer Roland Leitner stellte der Jury direkt vor den mit Tarnnummern versehenen anonym eingereichten Plänen die Entwürfe vor. Nach eingehenden Diskussionen wurde abgestimmt. Das Ergebnis: Das Büro mit der Tarnnummer 0005 hat bei allen drei Bereichen die Mehrheit der Stimmen erzielt. Der Gemeinderat wird in der nächsten Sitzung informiert, ein Beschluss soll in der Oktobersitzung erfolgen. Nach dem Votum öffnete LGS-Geschäftsführer Roland Leitner mit großer Spannung die Umschläge mit den Tarnnummern. Als Sieger stand dann das Büro 365° freiraum + Umwelt, Überlingen, fest. Auf der Basis der Vorentwürfe wird nun weitergearbeitet.

 

Menzinger Gärten und St. Johann-Graben

Vorgesehen ist eine interessante Wegestruktur, die zu vielfältigen Plätzen mit tollen Aussichtsmöglichkeiten führt. Die eigentliche Kleingartenanlage ist so angelegt, dass sie später wieder gut in die Kleingartennutzung überführt werden kann. Der Entwurf sieht im unteren Bereich vor, die kleinteiligen Strukturen der Gärten und den verwunschenen Charme der Anlage zu erhalten.

 

Rosenobelgärten

Die besondere Lage der Rosennobelgärten, direkt an der Stadtmauer mit ihrer historischen Wehrfunktion, wird zusätzlich herausgearbeitet. Der noch erkennbare, teilweise verschüttete Wehrgang wird in einem Abschnitt von ca. 20 m auf das ursprüngliche Niveau abgesenkt, so dass die Schießscharten und Pechnasen wieder erlebbar werden.

 

Villengärten

Mit dem Bau des Pflanzenhauses entsteht ein neuer Magnet auf der Uferpromenade. Dem Neubau wird ein großzügig dimensionierter Vorplatz mit Blickbezug zum See zugeordnet. Die Promenade wird verschwenkt und über den Platz geleitet. Entlang des Ufers haben verschiedene schwimmende Gärten temporär festgemacht. Sie haben alle die gleiche Grundform und entsprechen in der Größe etwa einem halben Segmer, der als kleines Lastschiff über Jahrhunderte hinweg auf dem See unterwegs war. Die Gärten werden über schwimmende Pontons (Schwimmstege) erreicht.

 

Das Verfahren

Von den Teilnehmern der Mehrfachbeauftragung wurden planerische Aussagen auf Vorentwurfsebene zu dauerhaften Grundstrukturen der Teilflächen erwartet. Das waren beispielsweise: Wegeverläufe, Wegeverbindungen, Proportionen von Aufenthalts- und Sitzflächen, Pflanzflächen und Verortung einer dauerhaften Bühne. Gefordert waren einfache, funktionale und auf Dauer tragende Konzepte. Diese mussten auch mit den Vorgaben für das Ausstellungsjahr vereinbar sein.

 

In den Rosenobelgärten und den Menzinger Gärten stand die Neuordnung der Kleingartenparzellen im Vordergrund, in den Villengärten sollten die bislang wenig gestalteten Grünflächen an Attraktivität gewinnen und im St. Johann-Graben rückte die Öffnung des bisher nicht erschlossenen Abschnitts sowie die gestalterische Aufwertung des Grüns und ein möglicher Standort für eine dauerhafte Veranstaltungsbühne in den Mittelpunkt.

 

Vor allem in den Menzinger Gärten wurde durch die Entfernung der vom Buchsbaumzünsler zerstörten Hecken eine völlige Neuordnung der Karrees erforderlich. In allen Bereichen sollten die Planer eine gastronomische Einrichtung vorsehen, seien es ein kleiner Kiosk, ein Café oder Marktstände. In den Rosenobelgärten und im St. Johann-Graben sind eher Kioske denkbar, in den Villengärten und den Menzinger Gärten Gastro-Betriebe mit bis zu 60 Sitzplätzen im Freien.

 

Teilnehmer: Ramboll Studio Dreiseitl, Überlingen; freiraumwerkstadt, Überlingen;Architektur und Freiraum, Ravensburg; Planstatt Senner, Überlingen; 365° freiraum +Umwelt, Überlingen.