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Bürger-Info zur Landesgartenschau

30.05.2017

„Die Landesgartenschau rückt immer näher und wir dürfen uns darauf freuen, denn sie wird unsere Stadt nachhaltig prägen.“ Oberbürgermeister Jan Zeitler machte zu Beginn der Bürgerinformation im Kursaal richtig Lust auf die Landesgartenschau, zu der als Abrundung des Abends erste Konzeptideen präsentiert wurden. Dazwischen stand die Bürgerbeteiligung im Mittelpunkt. Die jüngsten Überlinger waren zur Gestaltung der zentralen Spiellandschaft im Uferpark befragt worden, die Jugend und die Erwachsenen zur Nutzung des Uferparks nach 2020.

 

Dem Aufruf „Ihr seid gefragt!“ waren im Januar und Februar mehr als 100 Kinder im Alter zwischen wenigen Monaten und elf Jahren bei fünf Veranstaltungen gefolgt. Sie brachten engagiert und vor allem sehr kreativ ihre Wünsche und Vorstellungen ein. Mit dabei waren: die Kindertagesstätte im Bonhoefferhaus, der Waldorfkindergarten, der Familientreff Kunkelhaus und das Kinderhaus Burgberg sowie die Grundschulen Nußdorf und Burgberg. Sie malten, kneteten, klebten und modellierten mit Feuereifer. Ganz oben auf der Wunschliste stand immer eine Seilbahn.

 

Die Seilbahn für Kinder ist möglich

 

„Wir haben lange überlegt, wo der richtige Ort dafür sein könnte, denn uns war klar, die Seilbahn sollte nach Möglichkeit kommen“, so Landschaftsarchitektin Marianne Mommsen, relaisLA, die den Uferpark geplant hat. Nach der Bürgerbeteiligung mit den Kindern hatte sie die Ideen in den nun vorliegenden Entwurf eingearbeitet. Für eine etwa 30 Meter lange Seilbahn für Kinder würde sich die Topographie des Geländes mit dem Hügel im östlichen Eingangsbereich des Parks eignen. Dieser Bereich liegt im zweiten Bauabschnitt, das heißt die Finanzierung muss innerhalb des vorgegebenen Budgets liegen, ebenso wie allen anderen Vorschläge aus der Bürgerbeteiligung. Im Augenblick läuft die Ausschreibung.

 

Dem Wunsch der Eltern, für Kleinkinder einen durch Hecken abgegrenzten und geschützten eigenen Bereich zu schaffen kam sie ebenso nach wie dem Wunsch der Kinder nach Kletter-, Schaukel- und Versteckmöglichkeiten. Mommsen: „Für mich ist es wichtig, dass der Park generationenübergreifend attraktiv ist. Der ganze Park lädt dazu ein, sich zu bewegen und ihn spielerisch zu erkunden.“ Für alle ist was dabei: eine Spiellandschaft, ein Bouleplatz, Riesenschaukeln, eine Kneippanlage im See oder ein Barfußpark, dem größten, den eine Gartenschau bieten kann“, so die Landschaftsarchitektin.

 

Beate Filipp vom Burgberg Kinderhaus und Jugendpfleger Juan Diabuno schilderten, während im Hintergrund eine Diashow mit allen Stationen der Kinder- und Jugendbeteiligung lief, ihre Eindrücke. „Es war eine großartige demokratische Option, die den Kindern hier geboten wurde. Sie konnten ein Stück ihrer Heimat mitgestalten, und das werden sie sicher nicht so schnell vergessen. Es war ein ganz besonderer Lernprozess, den wir hier begleiten durften“, sagte sie.

 

Juan Diabuno stellte kurz das eigens für die Jugendbeteiligung entwickelte „LGS-Poly“ nach dem Vorbild des bekannten Gesellschaftsspiels vor. 32 Mädchen und Jungen im Alter zwischen elf und 18 Jahren von der Franz-Sales-Wocheler-Schule, der Wiestorschule, der Realschule, dem Gymnasium, der Janusz-Korczak-Schule Linzgau und der Waldorfschule hatten sich beteiligt. Allen Einrichtungen, vom Kinderhaus bis zum Gymnasium, überreichte Oberbürgermeister Jan Zeitler einen finanziellen Beitrag für weitere kreative Aktionen.

 

Auch wenn sowohl der Oberbürgermeister als auch LGS-Geschäftsführer Roland Leitner betonten, dass nicht alle Wünsche aus der Bürgerbeteiligung zur Nutzung des Parks nach 2020 erfüllt werden konnten, so wird doch eine Vielzahl der Ideen unterschiedlicher Nutzergruppen realisiert.

 

Was ist ohnehin in der Planung vorgesehen oder lässt sich bis 2020 noch in die Planung des Uferparks integrieren: Beacharea, Ruhezonen, Kunstobjekte, Toiletten, Gastronomie, Trinkwasserspender, Feste Sitzplätze im Schatten, Stromanschluss / WLAN, Taucherzugang, Infos zur Unterwasserwelt und Natur, ÖPNV-Anschluss, Flächen für Outdoorsport, Slackline, Kneipp-Anlage, Schaukeltiere, Barfußpfad, Zugänge zum See, Temporäre Graffiti am Bauzaun.

 

Was ist für die Zeit nach 2020 für die Entwicklung des Parks denkbar und in den künftigen Finanzplanungen zu berücksichtigen: Überdachter Jugendtreff, Outdoor-Tischtennis, Beachvolleyball, Freilichtbühne, Open-Air-Kino, Konzerte, Temporäres Zelten, Infrastruktur für Vereine, Parkplätze. Da der Seesportplatz neu konzipiert werden soll, könnten, so der Vorschlag Leitners, einige Projekte, vor allem im sportlichen Bereich, hier verwirklicht werden. Dazu wird die Stadt Überlingen eine Bürgerbeteiligung mit den Nutzergruppen durchführen.

 

Grünvernetzung ist die große Chance

 

Roland Leitner stellte außerdem das LGS-Korrespondenzprojekt Grünvernetzung vor, zu dem der Seesportplatz gehört. „Der personelle und fachliche Background der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH, gepaart mit der innovativen Kraft des städtebaulichen Großprojektes und der Dynamik der festen Terminbindung kann Kräfte freisetzen, mit denen sich gestalten lässt“, so Leitner. „Das Projekt Grünvernetzung ist die große Chance, innerstädtische Grünflächen zu entwickeln und für die Bürger neue Flächen und Nutzungen zu erschließen.“ Das Gesamtprojekt Grünvernetzung besteht aus einer Vielzahl individueller Teilprojekte, die sich zu einem Ganzen zusammenfügen, und die auch für das Ausstellungskonzept eine wichtige Grundlage sind.

 

Die Gartenschau wird so in die historische Innenstadt geleitet. Folgende Projekte zählen zu den Kernflächen der Grünvernetzung: Villengarten mit Pflanzenhaus, dem Haus des Gastes und angrenzender Uferbereich, Blatterngraben, Grabenstraße (Stadtgraben), Rosenobelgärten, St. Johann-Graben und Menzingergärten in der Zuständigkeit der LGS sowie Seesportplatz, Mantelkopf und Rosengarten (Fachbereich 3 der Stadt). Alle genannten Bereiche werden zur Landesgartenschau gestalterisch aufgewertet.

 

Erste Ideen fürs Ausstellungskonzept

 

Erste Ideen zur Gestaltung der Ausstellung im Landesgartenschaujahr 2020 präsentierte Annette Stoll-Zeitler, Fachbereichsleitung Ausstellung, Betrieb und Veranstaltungen bei der LGS Überlingen 2020 GmbH. Ausgangspunkt der Präsentation waren erste Entwürfe des Ateliers Lohrer aus Stuttgart, das 2015 den Wettbewerb zur Ausstellungskonzeption gewonnen hatte. Im Uferpark werden gemäß dem Motto „natürlich ufernah“ naturnahe Themen gespielt, so Stoll-Zeitler. Im Kurgarten sieht sie „eher feinere Themen“ mit pflanzlichem Schwerpunkt, nicht zuletzt, weil unmittelbar in der Nachbarschaft zum einstigen Haus des Gastes das Pflanzenhaus gebaut wird. Dort soll neben einem Teil der wertvollen Kakteensammlung der Stadt 2020 der Treffpunkt Baden-Württemberg untergebracht werden, ein fester Bestandteil einer jeden Gartenschau und Plattform für die Beiträge des Landes.

 

„Der See ist unser Star, das macht uns ganz besonders im Vergleich zu anderen Landesgartenschauen. Deshalb werden wir ihn in Szene setzen, unter anderem mit schwimmenden Gärten.“ Auch eine temporäre Seebühne ist geplant und könnte im westlichen Teil des Flachuferbereichs für die Dauer der Landesgartenschau realisiert werden. „Das ist technisch herausfordernd, aber Landkreis und Regierungspräsidium haben uns positive Signale gesandt.“

 

Blumenschau im Kapuziner

 

In der Kapuzinerkirche könnten, so die ersten Ideen, die Floristen ihre Blumenschauen zeigen. Stoll-Zeitler: „Das wäre für uns der beste vorstellbare Platz dafür.“ Mit den Kulturschaffenden würden wegen der gewünschten Nutzung bereits Gespräche geführt. Im Blatterngraben könnte die Geschichte der Stadt eine Rolle spielen, wenn das stadtgeschichtliche Jubiläumsjahr auf 2020 festgelegt würde. Die Bodensee-Obstkiste soll in unterschiedlichen Ausführungen als Leitbild fungieren. Die Teilorte und der Landkreis werden intensiv eingebunden in das Konzept der Landesgartenschau. 

 

Die anschließende, von Dr. Nina Hehn von Klimakom moderierte Diskussionsrunde nutzten viele Bürgerinnen und Bürger, um ihre Fragen zu stellen, unter anderem zum Stand der LGS Plus-Projekte, zum Bouleplatz am Mantelkopf oder dem Höhensteg im Ochsengraben, für dessen Realisierung derzeit intensive Gespräche auf allen Ebenen laufen. Der Bouleplatz am Mantelkopf bleibt, „er wird nur noch schöner“, so Roland Leitner, und die ersten LGS Plus-Projekte werden in der Julisitzung des Bauausschusses beraten, so Bürgermeister Matthias Längin.