Konzept

Bürgerbeteiligung

Immer eine offene Tür

Das Green-Team hat seinen Sitz im ehemaligen Haus des Gastes in der Bahnhofstraße 19, mitten im künftigen Landesgartenschau-Gelände. Hier können die Bürgerinnen und Bürger die Pläne einsehen von Montag bis Freitag 9 bis 16 und Donnerstag bis 18 Uhr. In der neuen Geschäftsstelle ist genügend Platz für das Team, das in den kommenden Jahren mit mehr und mehr Aufgaben betraut wird.

Mehr lesen

Mini-Architekten am Werk

 „Wir bauen nicht für uns, sondern für die nächste Generation.“ Roland Leitner, Geschäftsführer der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH, brachte es auf den Punkt und deshalb organsierten LGS GmbH und die Stadt Überlingen eine Bürgerbeteiligung zur zentralen Spiellandschaft im Uferpark.

 

Dem Aufruf „Ihr seid gefragt!“ waren im Januar und Februar 2017 mehr als 100 Kinder im Alter zwischen ein paar Monaten und elf Jahren bei fünf Veranstaltungen gefolgt. Sie brachten engagiert und vor allem sehr kreativ ihre Wünsche und Vorstellungen ein. Mit dabei waren: die Kindertagesstätte im Bonhoefferhaus, der Waldorfkindergarten, der Familientreff Kunkelhaus und das Kinderhaus Burgberg sowie die Grundschulen Nußdorf und Burgberg.

 

Fantasie ohne Grenzen

 

Sie malten, kneteten, klebten und modellierten mit Feuereifer. Rutschen, Sandkasten und Klettergerüst standen auf dem Wunschzettel. Seilbahn, Schaukel, Wippe, Blumengärtchen, Geheimnisecke, Sandkasten mit Sonnensegel, Karussell, ein Eichhörnchen, auf dem man sitzen kann, ebenfalls. Aber auch eine spektakuläre Achterbahn unter Wasser, eine Schiffschaukel oder ein Piratenschiff. Der Fantasie der Kinder waren keine Grenzen gesetzt.

 

Beim Workshop der Grundschulen in der „Rampe“ bastelten die Mädchen und Jungen ebenfalls großartige Spiellandschaften. Farbige Pfeifenputzer, weiße Styroporkugeln, buntes Papier, Wolle, Pappe, Knetmasse, Stoffe, Legobausteine, Hölzer und Korken, Buntstifte und Kreide kamen zum Einsatz. Innerhalb von nur einer Stunde entstanden die großartigsten Spiellandschaften direkt auf einem übergroßen Plan, den alle Gruppen ausgedruckt vor sich liegen hatten. So konnten die Mini-Architekten ihre Ideen direkt in den realen Plan einarbeiten.

 

Und diese Wünsche nahmen Gestalt an: Seilbahn in diversen Ausführungen, Klettergerüst, Netze zum Klettern, große Klettertürme, Wasserrutsche mit eigenem Pool, Schiffe ebenfalls in verschiedenen Varianten, Floß auf dem See, Wasserlabyrinth, Wasserspielplatz, Schiffschaukel, Sandkasten, Tischtennis, Wippe, Boote, Baumhaus, Spielhaus, Trampolin, Balanciergeräte, Nestschaukel unterm Baum, Lianen, Fußballfeld, Unterwasserklettern, Wipp-Auto, Eisdiele, Pizzastand, Chill-out-Lounge mit Liegestühlen und Sofas, Sitzbänke, Mülleimer Erste-Hilfe-Kasten, Riesenwasserrutsche, Taucherglocke im See, kleines Riesenrad für Kinder, Schiffe wie Boxautos, Schiffe zum Klettern.

 

Bisher nur erste Ideen

 

Zur Spiellandschaft gab es bisher lediglich erste Entwurfsideen, um möglichst viel Spielraum für die Bürgerbeteiligung zu lassen. Die Planerin des Uferparks, Landschaftsarchitektin Marianne Mommsen, relaisLA, hatte mit Elementen des Bodensees gespielt, mit segelnden Lädinen, dem Bootsbau und der Fischerei. Balancieren, rutschen, sehen, hören, sandeln, verstecken, sitzen, wippen, schaukeln, hangeln und klettern sollen die Kinder können.  

Ein klares Ja zur Landesgartenschau

Der Gemeinderat hat die Entscheidung darüber, ob Überlingen die Landesgartenschau 2020 ausrichtet, in die Hände der Bürgerinnen und Bürger gelegt. Und die sagten: Ja! Diesen Schritt hat vor Überlingen – freiwillig – so noch keine andere Stadt gemacht.

 

Bürgerwerkstätten

Bei drei Bürgerwerkstätten 2011 und 2012 hatten die Überlingen schon zu einem frühen Zeitpunkt die Gelegenheit, ihre Ideen einzubringen. Themen der beiden ersten Workshops 2011 waren die Daueranlagen, das Gartenschaujahr 2020 sowie die Ausstellungsorte. Vor der Auslobung des Ideen- und Realisierungswettbewerbs 2012 wurden die Bürgerinnen und Bürger miteinbezogen, um die Inhalte der Auslobung zu diskutieren. Wünsche waren zum Beispiel ein Bürgerpark für Familien und Jugendliche im Westen, die durchgängige Begehbarkeit des Grabensystems oder ein autofreier Mantelhafen beim Hotel Ochsen und bei der Polizei. Einig waren sich die Teilnehmer der Workshops beim Thema Mobilität: Autos sollen an den Stadteingängen abgefangen werden. Vorschläge aus dem Ideenpool der Bürger flossen in die Ausschreibung mit ein. 

 

Der Bürgerentscheid

Der Gemeinderat legte die Entscheidung darüber, ob Überlingen die Landesgartenschau 2020 ausrichtet, in die Hände der Bürgerinnen und Bürger. Dem Bürgerentscheid am 28. April 2013 vorausgegangen war der landschaftsplanerische Ideen- und Realisierungswettbewerb. Zur Abstimmung stand der Siegerentwurf von relais Landschaftsarchitekten. Die Frage lautete: Sind Sie dafür, dass die Stadt Überlingen 2020 die Landesgartenschau ausrichtet? 59,6 Prozent der stimmberechtigten Überlinger antworteten mit Ja.

 

 

Bürgerforum und Sachgespräche

Eine intensive Bürgerbeteilung findet zur geplanten Umgestaltung der Uferpromenade und des Landungsplatzes statt. Das Bürgerforum dazu fand am 9. Juni im Gemeinschaftshaus in Nußdorf statt. Sachgespräche zu den Themen Verkehr und Gewerbe folgten am 16. Juni. Die Protokolle stellen wir für Sie als Downloads zur Verfügung.

  

Bürgerforum Umgestaltung Uferpromenade

Sachgespräch Gewerbe Umgestaltung Uferpromenade

Sachgespräch Verkehr Umgestaltung Uferpromenade

Bürgerbeteiligung zur Nutzung des Uferparks nach 2020

Rund 60 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich am Workshop zur Nutzung des Uferparks nach 2020 im Dorfgemeinschaftshaus Nußdorf.

  

„Ich bin deshalb so begeistert von der Landesgartenschau, weil wir damit die Chance haben, aus einer Brache im Westen etwas machen zu können, was einen großen Mehrwert für die ganze Stadt und Generationen hat. Es ist nun an Ihnen, uns zu sagen, was nach 2020 möglich sein soll. Sie können Zukunft mitgestalten“, so Oberbürgermeister Jan Zeitler. „Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Entwicklung Ihrer Stadt. Geben Sie uns Impulse, das ist uns wichtig.“

 

Und das ließen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Workshop nicht zweimal sagen, nachdem Roland Leiter, Geschäftsführer der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH, die wesentlichen Punkte der Uferparkplanung und die Spiellandschaft skizziert hatte, und kurz auf die Bürgerbeteiligung der Jugendlichen eingegangen war. „Heute steht die Nutzung des Uferparks nach 2020 im Vordergrund“, sagte Leitner. „Denn eine Grünfläche ist, auch wenn sie fertig gebaut ist, nicht fertig. Sie wächst und entwickelt sich weiter. Damit es eine Fläche wird, die Generationen erfreuen und die von möglichst vielen gerne genutzt wird, müssen wir die künftigen Nutzer in diesen Prozess mit einbeziehen.“

 

Die Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH wolle die Voraussetzungen dafür schaffen und gegebenenfalls im Gelände Vorbereitungen treffen für spätere Nutzungsmöglichkeiten. Daher sei die vom Gemeinderat gewünschte Bürgerbeteiligung schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt anberaumt worden. „Wir wollen uns nichts verbauen“, so Roland Leitner.

 

Was fehlt und was möchten Sie gerne wo im Park verortet haben? Um diese Fragen zu beantworten ging es in Kleingruppen an fünf Tischen an die Ideenfindung und ans Brainstorming. Das Fazit nach einer guten Stunde angeregten Meinungsaustausches: einige Punkte wie Gastronomie, Freilichtbühne und Plätze für Taucher wurden an allen fünf Pinnwänden von den Moderatoren mit Klebezetteln fixiert. Aber es gab noch viele andere Ideen: Ruhezonen mit Kunstobjekten, Barfußpfad, Kräuterpfad, Kneippanlage, Großsportgeräte, Trinkstellen, Infotafeln zur Unterwassertopografie oder zur Natur, Grillplätze, Zeltplatz für Radfahrer, Nutzgarten, Seebühne, Notrufsäule, Anlegestelle für Segelboote, Hundestrand, FKK-Strand, Klangspiele, ein Baumhotel und vieles mehr.

 

LGS-Poly für die Jugend entwickelt

Auftakt der Jugendbeteiligung zur Nutzung des Parks nach 2020 war eine Baustellenbegehung. Dann ging es in der Rampe an die Spieltische, wo schon die bunten LGS-Enten als Spielfiguren auf die Akteure warteten. 32 Mädchen und Jungen im Alter zwischen elf und 18 Jahren von der Franz-Sales-Wocheler-Schule, der Gemeinschaftsschule Wiestorschule, der Realschule, dem Gymnasium, der Janusz-Korczak-Schule Linzgau und der Waldorfschule bildeten sechs Teams mit jeweils sechs Spielern. Jeder bekam ein Startguthaben und durfte damit seine Spielfelder bewerten.

 

Anders als beim Monopoly ging es aber nicht darum, möglichst viel zu kaufen, sondern möglichst viele gute Argumente zu finden für beispielsweise ein Beachvolleyballfeld, Grillstellen, Beach Area, eine kleine Bühne oder einen überdachten Treffpunkt. „Wer einen Punkt auf ein Spielfeld setzte, musste genau begründen, warum er dieses Projekt gut findet. Cool und super reichen nicht als Argumentation“, so Juan Diabuno bei der Einleitung. Bei den freien Ideen kamen Anregungen wie: Designer Café mit freiem WLAN, Hängematten, Badmintonnetze, Tische und Stühle aus Holz, Basketballfeld, Fußballtorwand oder Barfußpfad.

 

Was im Uferpark keinen Platz findet, kann möglicherweise auf dem Seesportplatz, der umgestaltet werden soll, realisiert werden.